Tiere waren vernachlässigt worden

Gericht bestätigt Verbot: Ehepaar darf keine Hunde halten

Das Verwaltungsgericht Göttingen: Dort fiel die Entscheidung in dem Rechtsstreit. Archivfoto: bsc

Göttingen/ Osterode. Ein Ehepaar aus dem Landkreis Osterode darf auch weiterhin keine Hunde halten. Das urteilte das Göttinger Verwaltungsgericht.

Nachdem das Paar im März vergangenen Jahres vier vernachlässigten Hunde weggenommen worden waren, zog das Duo vor das Göttinger Verwaltungsgericht: Beißender Fäkalgestank, Kothaufen auf dem Fußboden, verdreckte Tapeten, ausgerissenes Laminat, die Rollläden heruntergelassen, und in dem dunklen Raum vier große Hunde: Diese Zustände fand eine Amtstierärztin des Landkreises Osterode vor, als sie nach einem Hinweis aus der Bevölkerung das Wohnhaus in der Samtgemeinde Walkenried überprüfte.

Noch am gleichen Tag ließ die Behörde die Tiere - zwei Schäferhunde und zwei Golden Retriever - in einem Heim unterbringen. Außerdem ordnete der Landkreis ein Hundehaltungsverbot an. Das betroffene Ehepaar wollte dies nicht hinnehmen und zog vor Gericht - allerdings ohne Erfolg: Das Verwaltungsgericht Göttingen bestätigte jetzt das Haltungsverbot (Aktenzeichen 1 A 81/124).

„Harte Hand“ gespürt 

Die Kreisveterinärin überprüfte bei ihrer Überprüfung auch das Grundstück, das ebenfalls ein Bild der Verwahrlosung bot. Der Garten sei mit Hundehaufe übersät und mit Metallzaunelementen, Kanthölzern und diversen anderen Gegenständen vollgestellt gewesen, heißt es im Protokoll. Auch der gepflasterte Bereich am Haus sei mit Geräten zugestellt gewesen.

Die Golden Retriever seien fettleibig und in einem schlechten Pflegezustand gewesen, monierte die Tierärztin in ihrem Bericht. Die Hunde hätten zudem sehr unterwürfig reagiert, so dass zu vermuten sei, dass sie zeitweise eine „harte Hand“ zu spüren bekommen hätten. Als sie den Hundehalter auf die Mängel angesprochen habe, habe dieser erklärt, dass er die Tiere baden werde, dann sei alles wieder gut. Dies zeige, dass er den Ernst der Lage und die massiven Mängel der Hundehaltung offenbar nicht ansatzweise verstanden habe. Der Landkreis hielt es daher nicht für vertretbar, die Tiere bei ihm zu lasssen, und ließ die Hunde aus dem Haus holen.

Klägern fehle die Kenntnis 

Das Ehepaar wehrte sich sowohl gegen die Wegnahme der Hunde als auch gegen das Haltungsverbot. Nach Ansicht des Gerichts war das Vorgehen der Behörde jedoch gerechtfertigt. Tierhalter müssten dafür sorgen, dass ihr Tier angemessen ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht ist. Dieser Verpflichtung seien die Kläger nicht nachgekommen. Die Hunde seien erheblich vernachlässigt gewesen. Außerdem fehle es den Klägern offenbar an den erforderlichen Kenntnissen über eine artgerechte Tierhaltung. Die Hunde sind inzwischen an neue Halter vermittelt worden.

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