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Besonderes Festspiel-Angebot: Sonnenaufgang mit Händel

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Ein Konzert für Frühaufsteher gaben Anna Torbe und Michael Freimuth in Seeburg im Untereichsfeld.
Ein Konzert für Frühaufsteher gaben Anna Torbe und Michael Freimuth in Seeburg im Untereichsfeld. © Ute Lawrenz

Musikalisch mit dem Barock-Musik in den Tag starten: Das ist bei den Internationalen Händel-Festspielen möglich.

Seeburg – Einen ungewöhnlichen Start in den Tag boten die Händel-Festspiele Göttingen in diesem Jahr an ihrem vorletzten Tag. Zu Musik von Händel und seinen Zeitgenossen, dargeboten von Anna Torge (Mandoline) und Michael Freimuth (Laute) konnten Frühaufsteher um 5 Uhr den „Sunrise“ auf der Freizeitanlage „Wellenreiter“ in Seeburg genießen.

Für etwa 100 Freunde der klassischen Musik zu Händels Zeiten gab es wahrhaftig viel zum Schwärmen. Allein der Weg nach Seeburg zu so früher Stunde, egal ob mit Bustransfer der Händel-Gesellschaft oder auf eigene Faust, wirkte in der Dämmerung mit Vogelgezwitscher anders als am Tag oder am Abend. Auf der Freizeitanlage führte der Weg in eine für ein Konzert ungewöhnliche Location. Mit der Reithalle im Rücken und Blick auf den See konnten die Gäste den Musikern lauschen.

Ihrer Barock-Mandoline, einem Nachbau, entlockte die international in der Alte-Musik-Szene bekannte Anna Torge glasklare Töne. Mit dem Federkiel schlage sie die Saiten an, erläuterte sie ihre bewährte Technik.

Zur Begleitung hatte der ebenfalls weltweit konzertierende Michael Freimuth eine Theorbe ausgewählt. Das Lauteninstrument mit verlängertem Hals sei um 1600 entwickelt worden. Lediglich für die letzte Nummer im Programm, die Sonate d-Moll von Domenico Scarlatti, wechselte er zu einer Barock-Gitarre, um den volkstümlichen Charakter dieser Komposition hervorzuheben.

Nicht allein die verzaubernd gespielten Werke von Georg Friedrich Händel, Domenico Scarlatti und Abbate Ranieri Capponi machten das morgendliche Programm im Wellenreiter zu einer Feierstunde zuerst für die Ohren. Hinzu kamen viele optische Eindrücke in der für ein Konzert ungewöhnlichen Umgebung. So hörte auch der Halbmond als letztes Zeichen der verstreichenden Nacht noch zu, ein Wolkenband bedeckte den Himmel. Ein Storch sandte im Vorbeiflug seine Grüße. Und bei den letzten Tönen des Konzerts, zeigte sich sogar die Sonne recht freundlich.

Viele Bemerkungen der Besucher machten klar: Ihnen gefiel die etwas andere Location. Dass sie die Musik in ihrem kammerkonzerthaften Stil genossen hatten, zeigten sie mit begeistertem Applaus, der Torge und Freimuth zu zwei Zugaben bewegte. Nach einer guten Stunde voller Hörgenuss konnten die, die sich so früh auf den Weg gemacht hatten, auch ihren Magen noch verwöhnen: Im Restaurant auf der Anlage war das Frühstück für sie vorbereitet. Wer seinen Wecker nicht gehört hat, bekam tatsächlich eine zweite Chance. Denn Anna Torge und Michael Freimuth waren nach dem „Sunrise“ am Morgen am frühen Nachmittag im Göttinger „Liesels“ zu hören. (Ute Lawrenz)

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