Mahnmal-Streit schwelt weiter

Linker Solidaritätsmarsch in Björn Höckes Heimatort Bornhagen

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Mahnmarsch: Rund 80 Menschen haben sich gestern Abend im thüringischen Bornhagen, dem Wohnort des AfD-Politikers Björn Höcke, versammelt. Eingeladen hatte das Zentrum für politische Schönheit.

Bornhagen. Bevor sich die Bewohner des thüringischen Örtchens Bornhagen auf besinnliche Feiertage einstellen können, erleben sie am Mittwochabend noch einmal ein großes Aufgebot an Polizisten und ein kleineres an Demonstranten.

Sympathisanten des Zentrums für politische Schönheit (ZPS) haben zum antifaschistischen Mahngang durch den Ort an der Landesgrenze zu Hessen eingeladen. Knapp 80 Menschen sind laut Polizei gekommen.

Laute Musik schallt den Teilnehmern schon lange vor dem Mahngang am Treffpunkt entgegen, und die Organisatoren Diana Hennig und Johannes Häfke laden die Besucher und Bornhagener ein, sich vor dem Mahngang die Stelen in Björn Höckes Nachbargarten anzuschauen, der vom ZPS gemietet worden ist. Allerdings: Ohne Banner, ohne Sprechchöre, wie Hennig allen mit auf den Weg gibt. „Es war uns wichtig, Solidarität zu zeigen“, betont sie. „Jeder Politiker sollte Verantwortung für das übernehmen, was er sagt.“ Wobei, und das ist an dem Abend von vielen zu hören, Höckes Familie, vor allem die Kinder, nicht in Mitleidenschaft gezogen werden sollten.

Direkt an Höckes Haus darf der Mahngang nicht beginnen, der Start wird daher an das tiefer gelegene Kulturzentrum verlegt. Zahlreiche Bornhagener schauen sich den bunten Marsch an, der immer wieder für Redebeiträge gestoppt wird. Neben antifaschistischen Fahnen fällt ein blutrotes Banner ins Auge, das Höcke knieend vor dem Holocaust-Mahnmal zeigt.

Die Meinungen zum Marsch sind gespalten. Eine Bornhagenerin meint, „jetzt reicht es langsam“, und ihr Begleiter ergänzt: Zwar sei der Mahnmarsch das gute Recht der Demonstranten. Aber: „Wir waren schon immer ein Integrationsdorf. Dann kommt ein AfD-ler und wir werden darauf reduziert.“

Aus diesem Grund ist auch Martin aus Heiligenstadt da – seinen vollen Namen will er wie viele Teilnehmer nicht nennen. Er hat ein Plakat gemalt: „Gegen jede Form von Faschismus, ob von links oder rechts.“ Weil es ihn aufregt, „dass wir Thüringer alle als Hinterwäldler und Nazis hingestellt werden.“

Mahnmarsch-Teilnehmer besichtigten auch Stelen in Höckes Nachbargarten

Mahnmarsch durch Bornhagen, Solidarität, zentrum für politische Schönheit, Björn Höcke, Holocaust, Stelen
 © Rampfel
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Bornhagen, Stelen, Holocaust-Mahnmal, Zentrum für politische Schönheit, Besucher, Björn Höcke
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 © Rampfel

Als Zaungäste sind einige Männer von der rechtsextremen Volksbewegung Niedersachsen mit Sprecher Jens Wilke da. Teilweise vermummt, fotografieren und filmen sie den Mahngang. „Das machen die ja auch“, so Wilke. Von dem Mahngang halte er nichts und „Höcke ist ein feiner Kerl“.

Mahnmal vor Höckes Haus

Mahnmal für Björn Höcke (AfD) auf dem Nachbargrundstück seines Anwesens in Bornhagen /Thüringen
 © Forbert
Mahnmal für Björn Höcke (AfD) auf dem Nachbargrundstück seines Anwesens in Bornhagen /Thüringen
 © Forbert
Mahnmal für Björn Höcke (AfD) auf dem Nachbargrundstück seines Anwesens in Bornhagen /Thüringen
 © Forbert
Mahnmal für Björn Höcke (AfD) auf dem Nachbargrundstück seines Anwesens in Bornhagen /Thüringen
 © Forbert
Mahnmal für Björn Höcke (AfD) auf dem Nachbargrundstück seines Anwesens in Bornhagen /Thüringen
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Mahnmal für Björn Höcke (AfD) auf dem Nachbargrundstück seines Anwesens in Bornhagen /Thüringen
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Mahnmal für Björn Höcke (AfD) auf dem Nachbargrundstück seines Anwesens in Bornhagen /Thüringen
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Mahnmal für Björn Höcke (AfD) auf dem Nachbargrundstück seines Anwesens in Bornhagen /Thüringen
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Mahnmal für Björn Höcke (AfD) auf dem Nachbargrundstück seines Anwesens in Bornhagen /Thüringen
 © Forbert
Mahnmal für Björn Höcke (AfD) auf dem Nachbargrundstück seines Anwesens in Bornhagen /Thüringen
 © Forbert

Für die Polizei verläuft der Abend recht ruhig. Einem Teilnehmer wird ein leerer Benzinkanister abgenommen, auf dem er musizieren will. Zwei AfD-Mitglieder, die sich in den Marsch geschmuggelt haben, werden von der Versammlung verwiesen.

Das Kernteam des ZPS ist „aus Sicherheitsgründen“ nicht anwesend, wie Gabriela Rosenfeld von der Gruppe mitteilt. „Ich finde die Aktion unheimlich gut“, sagte Doris Mühlhausen aus Neuseesen, die sich die Stelen in Höckes Nachbargarten anschaut. Mit ihrem Besuch in Bornhagen will sie zeigen: „Es gibt nicht nur Pampa hier, sondern auch Solidarität.“ „Eine schöne Gelegenheit, gegen Nazis vorzugehen“, nennt Herbert die beiden Aktionen.

Vor Kurzem hat das ZPS einen juristischen Sieg gegen den Vermieter des Hauses in Bornhagen errungen. Dieser hatte die Gruppe aufgefordert, die Stelen aus dem Garten zu entfernen, sonst würde er dies selbst veranlassen. Das hat ihm das Gericht in Heiligenstadt untersagt.

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