700 Meter unter der Erde

Schunkeln im Kalischacht: Carneval Club Bleicherode feierte unter Tage

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Schunkeln im Kalischacht: Die Funkengarde und andere Narren beim tiefsten Karnevalsumzug der Welt 700 Meter unter der Erde.

In ihrer 66. Saison haben sich die Narren des Bleicheröder Carneval Clubs (BCC) im thüringischen Obereichsfeld etwas Besonderes einfallen lassen.

Da Bleicherode und das benachbarte Sollstedt im Kalibergbaurevier liegen, kamen die Karnevalisten auf die Idee, 700 Meter unter der Erde den tiefsten Karnevalsumzug der Welt zu veranstalten.

Das Motto der 66. Kampagne des jäckischen Clubs lautet folglich „Karneval im Kalischaft, es wird geschunkelt und gelacht.“ Mit dem besonderen Umzug hoffen die Organisatoren sogar auf einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde. Dafür muss die englische Jury mit Belegen und Fotos allerdings noch überzeugt werden.

Aus Sicherheitsgründen konnten nur 48 Menschen mit unter Tage. Mit Personenkörben, ähnlich eines Lifts, ging es in zwei Fahrten in Sollstedt 700 Meter abwärts. Vorher musste jeder einen „Lebensretter“ an sich nehmen, ein Gerät, das Sauerstoff für maximal 40 Minuten enthält – für den Ernstfall. Schutzhelm und Lampe gehörten selbstverständlich auch zur Ausrüstung.

Das Prinzenpaar, Prinzessin Antje I. und Prinz Jörg VI, sowie Andreas Weigel, Präsident des Clubs, andere Narren und die Funkengarde waren dabei. Auch den „Schneckenhengst“, die Symbolfigur der Stadt Bleicherode – eine Art Ritter – zog es hinunter in die Grube.

Die Bleicheröder Jecken hoffen auf einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde. 

Dort ertönte der Schlachtruf der Bleicheröder Narren: „Bleicherode Jo Jau, Jo Jau, Jo Jau!“ Mehrere Male sangen die Karnevalisten das berühmte Bergmannslied „Glück auf“. Und Bürgermeister Frank Rostek dichtete kurzerhand: „Jo Jau, der Steiger kommt“.

In geschmückten Jeeps ging es unter Tage über eine Strecke von 16 Kilometern von Sollstedt nach Bleicherode. Auf der Hälfte der Strecke – dort, wo vor elf Jahren der Durchschlag zur Verbindung der beiden Bergwerke gefeiert worden war – ein Zwischenstopp: Reden, gemütliches Schunkeln, und eine kleine Vorführung der Funkengarde.

Nach etwa zweieinhalb Stunden kamen die Jecken in Bleicherode wieder ans Tageslicht. Dort wurden sie vom Bergmannsorchester Bleicherode und mit einem Nordhäuser Doppelkorn – dem traditionelle „Fahrschnaps“ der Bleicheröder Bergleute – empfangen.

Von Andreas Arens und Gregor Mühlhaus

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