Notbesetzung im Eichsfeld

Stiftung für Bären: Corona verschlimmert Situation von Wildtieren

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Seit einer aufwendigen Rettungsaktion erkundet die betagte Bärin Doro den Alternativen Bärenpark in Worbis. Für derartige Tiernotrettungen fehlen der Stiftung für Bären während der Corona-Krise aber die Ressourcen.

Worbis – Die Coronakrise trifft die Stiftung für Bären hart: Die Einrichtungen im Obereichsfeld in Thüringen und in Baden-Württemberg werden nur mit Notbesetzungen am Laufen gehalten, um die Tiere zu versorgen.

Wichige Operatioen müssten verschoben werden, Tierrettungen seien abgesagt und notwendige Arbeitseinsätze seien auf Eis gelegt. Das Wegfallen der Besuchereintritte als Haupteinnahmequelle belaste das Tierschutzprojekt sehr.

Die Lage sei sehr ernst. Durch die fehlenden finanziellen Mittel könnten keine neuen Plätze zur Unterbringung von misshandelten Wildtieren geschaffen werden. Bären, Wölfe und Co. müssten in lebensunwürdigen Bedingungen leben. Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie würden die akute Lage weiter verschärfen. Die Situation für Wildtiere in Europa werde im Laufe des Jahres katastrophale Ausmaße annehmen.

Dabei hätte 2020 laut der Stiftung eine historische Entwicklung eingeleitet werden können. Das internationale Tierschutzwerk European Alliance of Rescue centres and Sanctuaries (Ears) legte im Europäischen Rat ein Papier vor, wie die Regierungen gemeinsam mit nicht-staatlichen Organisationen die Qual der Wildtiere beenden könnten. Die Stiftung für Bären ist Mitglied bei Ears.

Was mit den Forderungen in Zeiten der Coronakrise passiert, sei unklar. „Es war ein jahrelanger, harter Weg, den das Team mit größter Aufopferung und Leidenschaft bewältigte, um die Situation von unschuldigen, misshandelten Tieren nachhaltig auf europaweiter Ebene zu verbessern“, so Bernd Nonnenmacher, Geschäftsführer Alternativer Bärenpark Worbis gGmbH. Doch nur innerhalb weniger Tage wende sich das Blatt und die dringend notwendigen Schritte kämen zum Stillstand - während die Ausbeutung und Misshandlung der Tiere weitergehe.  jfw

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