Linke Gruppen protestierten gegen Auftritt von Innenminister Schünemann

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200 bis 300 Menschen füllten das Foyer des Zentralen Hörsaalgebäudes, etliche allerdings als Zuschauer der Proteste vor dem Eingangsbereich zum Hörsaal 008 (links im Bild).

Göttingen. Proteste und eine Blockade linker Gruppen haben am Dienstagabend den Auftritt von Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) an der Uni Göttingen begleitet. Auf Einladung des konservativen Studentenverbunds RCDS diskutierte der Innenminister mit Polizeipräsident Robert Kruse und Studenten über das Thema Innere Sicherheit.

„Mich würde mal das Kriterium interessieren, wer hier rein kommt und wer nicht!“ Eingekeilt zwischen zwei dunkelblauen Schultern hängt der junge Mann im Eingang des Hörsaals 008 der Uni Göttingen. Vor der Tür Demonstranten mit schwarzen Kapuzen und „Blockieren“-Transparenten, drinnen Polizisten in dunkelblauen Stoßschutzjacken.

Am Rednerpult begrüßt Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) die rund 250 Zuhörer - unbeirrt, mit immer lauter werdender Stimme, bis der tosende Applaus von etwa zwei Dutzend Gästen verstummt. Der Beifall war nicht nett gemeint. Er sollte Schünemann am Reden hindern.

Im Vorfeld hatten unter anderem die Antifaschistische Linke International und die Gruppe „Redical M“ zu Blockaden und Protesten aufgerufen. Die Göttinger Gesellschaft für bedrohte Völker entrollte einige Meter vor dem Hörsaal ein Transparent, um gegen Schünemanns Haltung in Asylfragen zu demonstrieren.

Linke Gruppen protestierten gegen Innenminister Schünemann

Linke Gruppen protestierten gegen Innenminister Schünemann
 © HNA
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Im Foyer des Hörsaalgebäudes befinden sich schließlich 200 bis 300 Menschen, etliche davon als Zuschauer auf einer umlaufenden Galerie. „Die Linken brauchen auch ihre Schau. Eine halbe Stunde Ruhm“, sagt ein Jura-Student mit blauem Hemd und gescheiteltem Haar, der den Pulk an der Hörsaaltür beobachtet. Um 18 Uhr soll die Diskussion beginnen, zehn Minuten vorher geht ein „Er ist drin“ durch die Menge. Wie Polizei und Uni-Mitarbeiter den Minister in den Saal gebracht hatten, dürften kaum Zuschauer mitgekriegt haben.

Während Schünemann drinnen zu sprechen beginnt, gellen im Foyer Pfiffe, skandieren gut 100 Demonstranten „Raus aus der Uni!“. Das dringt nur gedämpft in den Saal. Dafür klatscht dort auf der linken Seite eine Gruppe Zuhörer scheinbar begeistert, sobald Schünemann auch nur ein Wort sagt, während ihm auf der rechten Seite drei junge Männer von ihren Sitzen aus zornig zurufen. Die Polizei ist mit mindestens einer Hundertschaft vor Ort, offizielle Angaben dazu gab es nicht. Zum Schluss greifen die Sicherheitskräfte hart durch: Sie bringen die zornigen jungen Männer aus dem Saal und räumen den Eingangsbereich. Augenzeugen zufolge wurden einige Demonstranten dabei leicht verletzt. (coe)

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