Eine Villa Geistesblitz für Schüler

Geisteswissenschaftliches Schülerlabor Y-Lab der Uni Göttingen wurde eröffnet

Eröffnung Y-Lab für Geisteswissenschaften an der Universität in Göttingen:: Leiter Dr. Gilbert Heß in der „Villa Geistesblitz“, nachdem Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (mit roter Jacke) das YLAB offiziell eröffnet hatte. Hinter Dr. Heß stehen Mitglieder des Chores aus dem Skandinavischen Seminar. Foto: Eriksen

Göttingen. Das geisteswissenschaftliche Schüler-Labor YLAB, dessen Testphase erfolgreich verlaufen ist, wurde am Freitag von Kultusministerin Frauke Heiligenstadt im Kreis von Honoratioren aus der Universität Göttingen, der Politik, der Wirtschaft und der Schulen eröffnet.

Schule sei mehr als reine Wissensvermittlung, und dem werde im YLAB Rechnung getragen. Vom YLAB würden Schülern (Er-)Kenntnisse in der eigenen Sprache, in Fremdsprachen, in Geschichte, Literatur und Kunst vermittelt, sagte Heiligenstadt. Die Schulleiter hätten das Konzept mit offenen Armen begrüßt, sagte die Ministerin.

Eingerichtet wurde das Schüler-Labor für Fünft- bis Zwölfklässler im Eckhaus Herzberger Landstraße/Friedländer Weg, das inzwischen liebevoll „Villa Geistesblitz“ genannt wird. Ein passender Name, stellte Uni-Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel schmunzelnd fest. Sie freue sich besonders, dass die universitären Sammlungen fest eingebunden sind.

Prof. Dr. Eva-Maria Neher, die das naturwissenschaftliche XLAB leitet, wünschte der „kleinen Schwester“ vom „großen Bruder“ alles Gute. „Wir sehen uns natürlich nicht als Konkurrenten, sondern als Partner.“ Falls gewünscht, werde man gerne beratend zur Seite stehen.

Landrat Bernhard Reuter lobte Präsidentin Beisiegel dafür, dass sich die Hochschule unter ihrer Leitung gegenüber der Stadt, der Politik, der Wirtschaft und den Schulen geöffnet habe.

Die Verwirklichung des YLAB ist das Ergebnis unermüdlicher Bemühungen von Dr. Carola Surkamp, Professorin für Fachdidaktik Englisch, wie Beisiegel hervorhob. Surkamp umriss die Vorteile der YLAB-Veranstaltungen: Schüler erfahren hier ihre Schulfächer ganzheitlich, anhand von Gegenständen aus den Sammlungen, aber auch durch eigene Aktionen wie die Konzeption einer Ausstellung oder durch das Theaterspielen in einer Fremdsprache. Und das zeigten Schüler auch gleich am Ende der Feierstunde.

Den Lehramtsstudierenden gebe YLAB die Gelegenheit, Unterrichtskonzepte auszuprobieren. Auch in der Fortbildung für Lehrer könne man YLAB einsetzen.

Dr. Gilbert Heß, der das YLAB leitet, nannte als einen wesentlichen weiteren Aspekt die Erforschung von Ausbildungsprozessen. Heß erläuterte zudem die Wahl des Namens. „Warum“ heißt auf Englisch „why“. Das spricht sich wie der englische Buchstabe y („wai“). Warum? – diese Grundfrage geisteswissenschaftlicher Arbeit sei die Frage nach dem Sinn, nach Zusammenhängen und Begründungen. Sie stand daher Pate für die Bezeichnung des Schüler-Labors YLAB (gesprochen Wailab).

Von Anne-Lise Eriksen

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