Einmischen statt wegschauen: Zivilcouragepreis für neun Göttinger

Mutige Menschen: Die Ausgezeichneten beim Zivilcouragepreis Göttingen nach der Ehrung im Alten Rathaus. Der Sonderpreis ging an Olaf Feuerstein, Dritter von rechts. Insgesamt wurden neun Mutige geehrt. Foto: Rampfel

Göttingen. Für ihr mutiges Einschreiten oder Handeln in Gefahrensituationen haben am Donnerstagabend neun Bürger den Göttinger Zivilcouragepreis 2016 erhalten. Der mit 2000 Euro Gesamtsumme dotierte Preis wurde im Alten Rathaus verliehen – bereits zum vierten Mal.

Den ersten Preis teilen sich Christoph Martin Steinhauser und Harald Fritz Jantzen. Beide griffen unabhängig voneinander beherzt ein, als es in Göttinger Stadtbussen zu Streit kam.

Auf der Busfahrt von Geismar in die Innenstadt wollte der 80-jährige Harald Fritz Jantzen im April einen Streit zwischen einem 19-jährigen Fahrgast und dem Busfahrer schlichten, als dieser den Teenager aufforderte, die Füße von den Sitzen zu nehmen. Sofort schlug der junge Erwachsene mit Fäusten auf Jantzen ein und schubste ihn aus dem Bus. Folge waren unter anderem eine Nasenbein- und Handgelenksfraktur. Elf Tage musste Jantzen im Krankenhaus liegen und hat noch heute mit dem Folgen zu kämpfen. Der Täter wurde gefasst.

Auch Christoph Martin Steinhauser ging in einem Stadtbus dazwischen, als im Februar zwei 27 und 38 Jahre alte Männer zwei ausländische Studenten zunächst anpöbelten und dann attackierten. Er zog die alkoholisierten Täter weg. Auch sie wurden von der Polizei gestellt.

Den zweiten Preis teilen sich gleich sechs Menschen. Der Schüler Maxim Walter rettete im August während einer Tutoriumsfahrt nach Malta einen betrunkenen Mann, der von einem Boot gefallen und durch die Schiffsschraube so verletzt war, dass schnelle Hilfe nötig war.

Als im September in der Gartenstraße der Dachstuhl eines Wohnhauses brannte, schaute Alexander Glöß nicht nur zu, sondern rannte in das Haus und alarmierte die Bewohner, darunter eine schlafende Frau, die das Feuer noch gar nicht bemerkt hatte.

Marc Neidhardt ging dazwischen, als ein Täter eine Frau sexuell bedrängte.

Die drei Freunde Martin Sontheim, Sebastian Decker und Thomas Bartlau stellten einen Mann, der einer Frau nahe des Klinikums Gewalt zufügte.

Der Sonderpreis ging an Olaf Feuerstein. Der Göttinger Hotelier und Gastronom erhielt für sein vorbildhaftes Verhalten bundesweite Aufmerksamkeit, als er einen Gast seines Hauses verwies, der sich nicht von einer muslimischen Angestellten bedienen lassen wollte.

In der Jury des Zivilcouragepreises sitzen Mitglieder des Präventionsvereins komm.pakt, der Stadtverwaltung, der Bürgerstiftung sowie von Polizei, Weißen Ring, Lions Club Bettina von Arnim und Stadtwerke.

Von Stefan Rampfel

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