Einzug ins Sartorius-Quartier

Einzigartiger Gesundheitscampus in Göttingen: Schmiede für Top-Ausgebildete

Umzug-Feier: Der Gesundheitscampus lehrt im umgebauten Gebäude im Sartorius Quartier. (von links): Sartorius-Vorstandsvorsitzender Dr. Joachim Kreuzburg, Prof. Dr. Wolfgang Brück, UMG-Vorstandssprecher, Wissenschaftsminister Björn Thümler, Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta und HAWK-Präsident Dr. Marc Hudy.
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Umzug-Feier: Der Gesundheitscampus lehrt im umgebauten Gebäude im Sartorius Quartier. (von links): Sartorius-Vorstandsvorsitzender Dr. Joachim Kreuzburg, Prof. Dr. Wolfgang Brück, UMG-Vorstandssprecher, Wissenschaftsminister Björn Thümler, Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta und HAWK-Präsident Dr. Marc Hudy.

Zwei Jahre wurde im Sartorius-Quartier am neuen Domizil für den Gesundheitscampus Göttingen gearbeitet – am Donnerstag wurde der Einzug der Bildungseinrichtung gefeiert, die eine Kooperation der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst ist.

Göttingen – Es ist quasi ein Wiedereinzug in die alte-neue Heimstätte in schönen wie aufwändig hergerichteten historischen Gebäuden im Sartorius Quartier.

2016 waren die ersten 66 Studierenden mit den Studiengängen Therapiewissenschaften und Pflege dort ins Studium gestartet. 2019 ging es dann übergangsweise einige hundert Meter weiter ins ehemalige Telekom-Gebäude an der Philipp-Reis-Straße.

Zum Wintersemester 2021/2022 erfolgt nun die Rückkehr in die hergerichteten Räume. Mittlerweile arbeiten wieder mehr als 500 Studierende sowie 40 Lehrende und Verwaltungsmitarbeitende in den 3200 Quadratmeter großen Gebäuden mit Hörsälen, Seminarräumen und Büros.

Angeboten werden die sechs Studiengänge Bachelor Therapiewissenschaften dual – Logopädie/Physiotherapie, Bachelor Pflege dual, Bachelor und Master Medizintechnik, Bachelor Soziale Arbeit im Gesundheitswesen und Bachelor Hebammenwissenschaft dual.

Zur Feierstunde kam auch Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) in die neue Sartorius-Sheddachhalle. Das Nordlicht Thümler verwendet bei Reden gerne den Begriff „Leuchtturm“, so auch diesmal. Für ihn stellt der Gesundheitscampus Göttingen „ein Leuchtturmprojekt in Südniedersachsen mit bundesweiter Strahlkraft“ dar. Einzigartig sei nicht nur die besondere Kooperation von UMG und HAWK, die die Akademisierung in den nicht-ärztlichen Gesundheitsberufen vorantreibe und damit vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung auch die künftige medizinische Versorgung in der Region im Blick habe.

Das Fazit des UMG-Vorstandssprechers Prof. Dr. Wolfgang Brück und Dekans der Medizinischen Fakultät klang ähnlich: „Die Akademisierung der Berufe im Bereich der gesundheitlichen Versorgung am Gesundheitscampus hat in dieser Form bundesweiten Signalcharakter. Der Campus steht für Innovation“, sagte Brück. Der Campus bündele und vernetze fachliche Kompetenzen – auch in der berufsübergreifenden Ausbildung. Davon profitierten letztlich auch die Menschen in der Region Südniedersachsen. Wichtig sei auch, dass so wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in den medizinischen Versorgungsprozess, als auch an die Betten gelangen würden.

Im Übungslabor des Studiengangs Hebammenwissenschaft: von links Prof. Dr. Juliane Leinweber, Dr. Marc Hudy, Minister Thümler mit Babypuppe und Helle Dokken, UMG-Pflegedirektorin.

Aus einer visionären Idee, der Akademisierung von nicht-ärztlichen Gesundheitsberufen mit Einbindung interprofessioneller Lehre und dem Ziel, qualifizierte Fachkräfte für die Region Südniedersachsen auszubilden, sei Realität geworden, sagte HAWK-Präsident Dr. Marc Hudy. Möglich mache das die Kooperation von UMG und HAWK und die Unterstützung des Landes. „Das zeigt, dass sich das regionale Netzwerk bewährt hat.“ Für die Absolventinnen sieht Hudy „die allerbesten Chancen auf dem wachsenden Markt der Gesundheitsversorgung und -technik“.

Vom Umfeld findet der Campus in den top-modernen und gleichwohl noch historischen Gebäuden im Sartorius Quartier beste Bedingungen, dafür bedankte sich Hudy vor allem bei der Sartorius AG. Das freute den Vorstandsvorsitzenden Dr. Joachim Kreuzburg: „Wir entwickeln das Sartorius Quartier unter dem Motto ‚Bilden – Gründen – Wohnen‘. Der Gesundheitscampus passt genau in dieses Konzept, daher freue ich mich, dass er langfristig im Sartorius Quartier verankert ist.“ Er verwies auch auf die „Life Science Factory“, die Sartorius gleich nebenan eröffnen und dort jungen Wissenschaftlern sowie StartUps technisch-räumliche Möglichkeiten bietet. Mit der Aktivität von Ottobock bilde sich so ein „vielversprechender Nukleus für Innovationen in Gesundheitswirtschaft und Life Science“. Ein Bereich, den Kreuzburg als ganz starken Wirtschaftsbereich sieht. Kreuzburg kann sich auch über kleine Dinge freuen: „Wir haben alte Klinkerflächen unter Putz wiederentdeckt und freigelegt.“ In Kombination mit schlichten aber top modernen Einrichtungen und viel Licht sei so eine warme Atmosphäre zum Studieren und Lehren entstanden, die dennoch den Industriecharme der Gebäude modern betone.

Nach den zuversichtlichen Reden ging es auf eine Runde über den Gesundheitscampus – mit Minister Thümler, der sich auch im Bereich Hebammenwissenschaft umschaute, mit einer Übungspuppe in der Hand. Weitere Infos, auch über alle Ausbildungs-/Studiengänge gibt es hier. (Thomas Kopietz) tko

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