Eltern reden über TV-Glotzen und Daddeln

Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen: Elterntalk soll bei Problemen helfen

Stellen das Projekt Elterntalk vor (von links): Karin Wendelborn (Leiterin der Evangelischen Familien-Bildungsstätte), die Regionalbeauftragte Meike König und die stellvertretende Bildungsstätten-Leiterin Elke Drebing Foto: Schröter

Göttingen. Guckt mein Kind zu viel Fern? Wie kann ich mein Kind beim Surfen im Internet effektiv schützen? Um Fragen wie diese geht es, wenn sich Eltern in dem Projekt „Elterntalk“ treffen, das von Landesstelle Jugendschutz und der Evangelischen Familien-Bildungsstätte Göttingen betreut wird.

„Dieses Projekt bringt Eltern in lockerer Runde zusammen, um sich über den Umgang mit Medien auszutauschen“, sagt Meike König, die für die Umsetzung in Stadt und Landkreis Göttingen verantwortlich ist. „Erreicht werden sollen Mütter und Väter, die meist keine öffentlichen Veranstaltungen wahrnehmen, sondern eher ein privates Umfeld bevorzugen.“ Ziel sei es, möglichst viele Eltern für die Medienerziehung in der Familie zu gewinnen und sie gleichzeitig in ihrer Erziehungskompetenz zu stärken.

„Für die Ausrichtung der Elterntreffen mit fünf bis sieben Teilnehmern werden Gastgeber gewonnen, die andere Eltern zu sich einladen – ganz ähnlich wie bei Tupper-Partys“, erklärt König.

Jeder Talk werde von einem geschulten Moderator geleitet. „Auch die Moderatoren sind Eltern, denen wir im Vorfeld Kenntnisse in der Gesprächsführung vermitteln.“ Fragen und interessante Methoden motivieren dann die Eltern, den Umgang mit Fernseher, Computer und Handy zu besprechen.

„Zielgruppen von Elterntalk sind vor allem Eltern mit Migrationshintergrund und solche in besonderen Lebenslagen“, sagt die Regionalbeauftragte. Nach Absprache könnten die Gesprächsrunden auch in der Muttersprache der Eltern geführt werden.

Fragen/Infos

Meike König, Tel. 0170/7364041; im Internet: www.elterntalk-niedersachsen.de

Initiiert wurde das Projekt „Elterntalk – Eltern zu Gast bei Eltern“ von der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen vor zwei Jahren. Die Evangelische Familien-Bildungsstätte Göttingen, wo der Elterntalk seit Ende vergangenen Jahresangeboten wird, ist einer von zwölf Modellstandorten in Niedersachsen. Die Teilnahme ist kostenlos. Gastgeber erhalten ein Geschenk, die Moderatoren eine Aufwandsentschädigung.

„Hier in Göttingen wurden bislang acht Moderatoren geschult und elf Elterntalks erfolgreich durchgeführt“, sagt Meike König. Eine neue Ausbildung für künftige Moderatoren (Frauen wie Männer) startet am 25. Oktober.

„Bislang fanden die Elterntalks nur im Göttinger Stadtgebiet statt, aber ich würde sie gerne auch auf den Landkreis ausweiten“, sagt Meike König.

Wer sich für die Schulung interessiert oder einen Talk abhalten möchte, kann sich am Mittwoch, 15. Oktober, um 18.30 Uhr in der Ev. Familien-Bildungsstätte, Düstere Straße 19, informieren.

Von Per Schröter

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