Spektakuläre Landung auf Komet

Ende der Rosetta-Mission: Applaus für Forscher in Göttingen

Vortrag am „Philae“-Modell: Doktorand Sebastian Höfner (rechts) erklärte den Gästen jede Menge über die Rosetta-Mission. Foto: Schlegel

Göttingen. Gespannt verfolgten die Wissenschaftler und Gäste am Freitag das Ende der Rosetta-Mission im Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen.

Sie waren bei Video-Übertragung bei den Geschehnissen im Kontrollzentrum in Darmstadt dabei.

Applaus brandete kurz auf, als um 13.19 Uhr Rosetta auf dem Kometen „Tschuri“ aufschlug und damit die Mission endgültig beendet war. Zuvor und nach diesem Zeitpunkt stand ein Instrument des MPS im Mittelpunkt – das wissenschaftliche Kamerasystem Osiris. Es lieferte bis zum Schluss hochauflösende Aufnahmen aus dem All. Das letzte Bild, das die Erde erreichte, stammte aus einer Entfernung von zehn Metern vom Kometen. Dann brach die Verbindung ab. Die Göttinger Wissenschaftler waren auch für zwei weitere Instrumente verantwortlich und an der Entwicklung von fünf weiteren Sensoren der Rosetta-Mission beteiligt.

Die Mission wurde von den Wissenschaftlern als Erfolg gewertet. Das betonte auch Prof. Dr. Ulrich Christensen, der Direktor des Max-Planck-Institutes.

Aus dem Göttinger Institut, das bei der Konzeption der Mission vor Jahren noch seinen Sitz in Lindau im Landkreis Northeim hatte, stammt die Idee zum Bau des Landegeräts „Philae“. Ein 1:1-Modell dieser Sonde, deren Vater Dr. Helmut Rosenbauer das Ende der Mission nicht mehr erlebte, ist im Foyer des MPS in Göttingen zu sehen. Vor drei Wochen hatte das Göttinger Kamerasystem Osiris mit seinen scharfen Augen den vermissten Lander „Philae“ entdeckt. Dafür und für den Kometen selbst interessierten sich auch viele der Besucher. Bei Vorträgen im Saal und im Foyer bekamen sie direkte Einblicke in die Missionsarbeit, die am MPS lange vor dem Start der Raumsonde im Jahr 2004 begann.

Für die Forscher geht nun der Blick nach vorn: In den kommenden Jahren sollen in Göttingen viele weitere Ergebnisse ausgewertet werden. Außerdem stehen schon wieder neue Missionen an – zum Mars, anderen Planeten sowie zur Sonne.

"Rosetta"-Sonde: Kometenlandung im All

rosetta, kometenlandung
Eine Aufnahme des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerrasimenko aus einer Entfernung von 285 Kilometern von der Raumsonde "Rosetta". © AFP (Archivbild vom 3. August 2014) 
rosetta, kometenlandung
Eine weitere Aufnahme des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerrasimenko aus einer Entfernung von 285 Kilometern gemacht. © AFP (Archivbild vom 3. August 2014) 
rosetta, kometenlandung
Silvio Schröder vom Institut für Raumfahrtsysteme im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bremen, bereitet das originalgroße Modell der Raumsonde "Philae" für einen Abwurftest vor. © dpa (Archivbild vom 11.12.2012)
rosetta, kometenlandung
Eine Computeranimation zeigt die Weltraumsonde "Rosetta" auf ihrem Flug um die Erde. © dpa
rosetta, kometenlandung
Die Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerrasimenko aus einer Entfernung von weniger als 10 Kilometern. © dpa
rosetta, kometenlandung
Eine Computerzeichnung zeigt die Raumsonde "Rosetta"während des Fluges im Weltall. © dpa
rosetta, kometenlandung
Diese Computerillustration zeigt die Landeeinheit "Philae" (M) auf ihrem Flug von der Weltraumsonde "Rosetta" (oben) zum Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko. © AFP
rosetta, kometenlandung
Am Mittwoch um 17 Uhr soll "Philae" auf dem Kometen weich landen. © dpa
rosetta, kometenlandung
Der angepeilte Landeplatz der "Philae" hat einen Namen bekommen: "Agilkia" heißt die Stelle, auf der der Lander der Raumsonde "Rosetta" am 12. November aufsetzen soll. © AFP
rosetta, kometenlandung
Eine Computeranimation zeigt die Landeeinheit "Philae" im Landeanflug auf den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko. © dpa
rosetta, kometenlandung
Die Landeeinheit "Philae" dient als Minilabor. Nach der Landung sind 23 Zentimeter tiefe Bohrungen in die Kometenoberfläche geplant. Die Proben werden anschließend im eigenen Labor der "Philae" ausgewertet. © AFP
rosetta, kometenlandung
Im Kontrollzentrum der ESA in Darmstadt verfolgen Experten den Flug der Raumsonde "Rosetta". © dpa
rosetta, kometenlandung
In einem Veranstaltungsraum der ESA in Darmstadt verfolgten geladene Gäste den Flug der Raumsonde "Rosetta". © dpa (Archivbild vom 6. August 2014)

Komet in Nahaufnahme: Mini-Labor ist "happy da oben"

"Philae" ist gelandet: Erste Fotos vom Kometen. Foto: ESA
"Philae" ist gelandet: Erste Fotos vom Kometen. Foto: ESA © Esa Handout
Handout der ESA mit dem Mini-Labor "Philae". Foto: J. Huart/ESA
Handout der ESA mit dem Mini-Labor "Philae". Foto: J. Huart/ESA © J._Huart
Landegerät "Philae" in einer Computeranimation. Foto: ESA/ATG medialab
Landegerät "Philae" in einer Computeranimation. Foto: ESA/ATG medialab © 
Animation der Landung auf dem Zielkometen. Foto: ESA/ATG medialab dpa
Animation der Landung auf dem Zielkometen. Foto: ESA/ATG medialab dpa © ESA/ATG medialab
Ein von der der Sonde "Rosetta" aus einer Entfernung von etwa. 285 Kilometern aufgenommenes Foto des Zielkometen. Foto: ESA
Ein von der der Sonde "Rosetta" aus einer Entfernung von etwa. 285 Kilometern aufgenommenes Foto des Zielkometen. Foto: ESA © ESA
Ein Modell von "Philae" veranschaulicht, wie das Landegerät der Raumsonde "Rosetta" auf dem Kometen steht. Foto: Arne Dedert/Archiv
Ein Modell von "Philae" veranschaulicht, wie das Landegerät der Raumsonde "Rosetta" auf dem Kometen steht. Foto: Arne Dedert/Archiv © Arne Dedert

Weitere Informationen zu der Mission: www.mps.mpg.de

Lesen Sie dazu auch:

Kommentar zur Mission der Sonde Rosetta

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.