Verdächtige boten Online-Fahrscheine im Internet an

Duo ergaunert 300.000 Euro mit Bahn-Tickets

Hannover/Göttingen. Zwei 23 und 26 Jahre alte Männer aus Hannover sollen die Deutsche Bahn um weit über 300.000 Euro betrogen haben.

Wegen des Verdachts, mit ausgespähten Kreditkartendaten im Internet Online-Tickets bei der Deutschen Bahn AG ergaunert zu haben, hat das Amtsgerichts Verden Haftbefehl gegen die Beschuldigten erlassen.

Bei einem Großeinsatz gegen die mutmaßlichen Betrüger war die Bundespolizei mit 130 Beamten im Einsatz, unter ihnen auch Mitglieder der Antiterroreinheit GSG 9. Hintergrund: Die beiden Festgenommenen gelten als gewalttätig. Außerdem durchsuchten die Beamten insgesamt zehn Wohnungen in Hannover und Hamburg.

Die Polizei war dem Duo und fünf weiteren Beschuldigten durch einen Fernsehbeitrag auf die Spur gekommen. Dabei ging es um Privatpersonen, die auf verschiedenen Internet-Portalen Online-Tickets der Deutschen Bahn AG erheblich unter dem Originalpreis anboten. Daraufhin ermittelten die Bundespolizei und die Zentralstelle für Internetkriminalität der Staatsanwaltschaft Verden.

Verkauf an Dritte

Gegen einen weiteren Verdächtigen wird wegen Geldwäsche ermittelt. Seit März 2012 sollen die Haupttäter mehr als 2300 Online-Tickets bei der Deutschen Bahn AG bestellt und zu erheblich niedrigeren Preisen an gutgläubige Dritte, möglicherweise auch aus Südniedersachsen, verkauft haben.

Auch Flugreisen sollen sie auf diese Weise ergaunert und zu Geld gemacht haben. Ferner besteht der Verdacht, dass die Hauptbeschuldigten über ein Internetauktionshaus hochwertige elektronische Produkte angeboten und diese trotz Zahlung des Kaufpreises nicht an die Käufer ausgeliefert haben.

Die fünf weiteren Beschuldigten unterstützten die Hauptverdächtigen bei ihren Taten. Bei den Durchsuchungen wurden Computer, Mobiltelefone, elektronische Kleinteile sowie Dokumente sichergestellt.

Polizei rät zur Vorsicht

Die beiden Hauptbeschuldigten sitzen in Untersuchungshaft. Die Bundespolizei rät beim Kauf von vermeintlich besonders günstigen Online-Tickets der Bahn bei Drittanbietern zu besonderer Vorsicht. Aber auch bei anderen Waren, wie zum Beispiel elektronischen Geräten oder Autoteilen, besteht die Gefahr, an Betrüger bzw. Diebe und Hehler zu geraten. Gerade wenn der Unterschied zwischen üblichem Preis und dem speziellen Angebot richtig groß ist, sei Vorsicht geboten. „Niemand hat etwas zu verschenken“, sagt die Polizei. (bsc)

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