Erich-Loest-Preis für Göttinger Schriftsteller Guntram Vesper

Hohe Ehrung: Der in Göttingen lebende Schriftsteller Guntram Vesper (75) wurde am Freitag in Leipzig mit dem Erich-Loest-Preis ausgezeichnet. Foto: Swen Pförtner/dpa

Göttingen/Leipzig. Für seine literarische Zeitreise in die deutsch-deutsche Geschichte ist der in Göttingen lebende Schriftsteller Guntram Vesper am Freitag mit dem Erich-Loest-Preis geehrt worden.

Sein autobiografischer Roman „Frohburg“ sei ein „lebendiges Plädoyer für eine Erinnerungskultur“, hieß es bei der Preisvergabe in Leipzig. Die von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig erstmals vergebene Auszeichnung ist mit 10 000 Euro dotiert. Sie erinnert an den Schriftsteller Erich Loest (1929 bis 2013), der im sächsischen Mittweida geboren wurde und später viele Jahre in Leipzig lebte.

Beobachter und Zeitzeuge

Der aus Sachsen stammende Vesper lebt heute in Göttingen. 1993/94 hatte er die Brüder-Grimm-Professur an der Universität Kassel inne. Der 75-jährige sei „ein Beobachter und Zeitzeuge seiner Generation, hieß es in der Begründung der Jury. Mit dem 2016 erschienenen Roman „Frohburg“ habe er eine in Sachsen beheimatete Sittengeschichte der vergangenen 70 Jahre geschaffen.

Anhand einzelner Schicksale zur Nazi-Zeit oder in der DDR entlarve er „die Verlogenheit der diktatorischen Regime – ohne bloßzustellen, ohne zu beschönigen und ohne zu verurteilen“. Das sei „ein reich- und dichtgewebter menschlicher und damit hochpolitischer Stoff - ganz im Sinne Erich Loests“, hieß es weiter.

Mit dem alle zwei Jahre vergeben Erich-Loest-Preis sollen Autoren gewürdigt werden, welche die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in Deutschland nicht nur beschreiben, sondern mit ihrer Stimme den demokratischen Diskurs mitgestalten.

Zudem sollen die Preisträger Mitteldeutschland verbunden sein. Der Jury gehören unter anderem Loests langjährige Lebensgefährtin Linde Rotta sowie Literaturkritiker, Autoren und Journalisten an. (epd/bsc)

www.leipziger-medienstiftung.de

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