Erinnerungen an die Koffer-Demo vor 25 Jahren

Unvergessen: Eine Installation mit alten Koffern erinnert an die größte Demo des Eichsfeldes in der Wendezeit. Die Schülerin des Eichsfeld-Gymnasiums Duderstadt, Alyssia Passchke, zeigt die Broschüre mit Erinnerungen von Zeitzeugen.

Teistungen. Mit einer Ausstellung erinnert das Grenzlandmuseum Teistungen bei Duderstadt an die Öffnung der Grenze am 9. November 1989 und die "Koffer-Demo“.

Die „Koffer-Demo“, die mit rund 50.000 Teilnehmern war wohl die größte Demo im Januar vor 25 Jahren im Eichsfeld. Dazu gibt es ein Begleitheft mit Berichten von Zeitzeugen.

Die Ausstellung wurde nach den Worten des pädagogischen Leiters des Grenzlandmuseums, Ben Thustek, in einem gemeinsamen Projekt von Museum, Studierenden der Uni Göttingen sowie von Schülerinnen und Schülern des Eichsfeld-Gymnasiums Duderstadt erarbeitet.

Die Studentinnen und Studenten der Politik und Geschichte haben die Ereignisse rund um die Grenzöffnung im Eichsfeld in Form eines Minutenprotokolls aufgearbeitet, so dass Besucher in kurzer und präziser Form einen kompletten Überblick über den historischen Tag erhalten. Dabei nutzten die Studenten nicht nur Texte, Fotos und Zeitungsausschnitte, sondern auch Präsentationen wie beispielswiese Trabi-Modelle und Spielzeugfiguren.

In den Blick fällt sofort eine Installation mit Koffern, die auf die größte Demo dieser Zeit hinweist. Damals forderten Frauen und Männer aus dem Ober- und Untereichsfeld die Wiedervereinigung Deutschlands, die Abschaffung der Stasi und die Einführung der Marktwirtschaft in der Ex-DDR. „Die Schätzungen reichen von 40- bis 80.000 Teilnehmern, bei 50.000 wird wohl die richtige Zahl liegen“, schätzt Thustek.

Die Schüler des Eichsfeld-Gymnasiums befragten Frauen und Männer, die das Wende-Geschehen hautnah miterlebt hatten, und hielten die Ergebnisse in Druckform fest. Wie normal inzwischen das Leben auf beiden Seiten des früheren „Eisernen Vorhangs“ geworden ist, zeige die Zusammensetzung der Schülergruppe, sagte Thustek. In ihr hätten Schülerinnen und Schüler gesessen, deren Väter unter anderem beim Bundesgrenzschutz und in der Nationalen Volksarmee der DDR gedient hätten. Thustek: „Sie alle eint die Erfahrung der friedlichen Revolution.“

Die Ausstellung, die die Macher bereits im Berliner Mauermuseum zeigen konnten, ist bis zum 31. Januar dienstags bis sonntags jeweils von 10 bis 17 Uhr, zu sehen. (zhp)

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