Transplantationsskandal

Ermittlungen gegen vier weitere Mediziner laufen

Aufruf: Die Kliniken verzeichnen weniger Organspenden und werben intensiv dafür. Der Transplantationsskandal in Regensburg und Göttingen hat Wirkung gezeigt. Foto: Kopietz
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Aufruf: Die Kliniken verzeichnen weniger Organspenden und werben intensiv dafür. Der Transplantationsskandal in Regensburg und Göttingen hat Wirkung gezeigt.

Göttingen. Der Vorstand der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) kommentiert die Anklageerhebung gegen den Göttinger Transplantationschirurgen Aiman O. nicht und bleibt damit der eigenen Linie treu: „Wir werden zu dem laufenden Verfahren weiterhin keine Stellungnahmen abgeben“, teilte UMG-Pressesprecher Stefan Weller auf Anfrage mit.

Nicht beendet sind im Übrigen die Ermittlungen gegen vier weitere Göttinger UMG-Mediziner. Dazu zählt auch der beurlaubte Leiter der Abteilung Gastroenterologie und Endokrinologie. Sie werden verdächtigt, an den Manipulationen um die Transplantationen oder an den Eingriffen beteiligt gewesen zu sein. Dazu gibt es noch keine Ermittlungsergebnisse.

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Die mit dem Fall betraute Staatsanwaltschaft in Braunschweig hatte am heutigen Donnerstag, knapp zwei Jahre nach dem ersten anonymen Hinweis, mitgeteilt, Anklage wegen versuchten Totschlags in elf Fällen zu erheben.

Dem in Untersuchungshaft sitzenden ehemaligen UMG-Chirurgen wird auch eine Körperverletzung mit Todesfolge in drei Fällen vorgeworfen. Es soll Patienten eine Leber implantiert haben, obwohl eine Transplantation medizinisch nicht notwendig gewesen sein soll und so auch den Tod der Betroffenen in Kauf genommen haben.

Insgesamt soll es noch weitere 28 Verdachtsfälle geben, bei denen momentan nicht weiter ermittelt werden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. (tko/pid)

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