Erste Flüchtlinge verlassen schon bald das Hotel

Flüchtlinge sollen sich wohlfühlen: Ein Raum des Rosenthaler Hofs dient als riesengroßes Spielzimmer für Kinder. Foto: Niesen

Duderstadt. Die ersten der 204 Flüchtlinge, die vorübergehend im Hotel Rosenthaler Hof in Duderstadt-Westerode untergebracht sind, verlassen in den nächsten Tagen das Hotel. Sie werden einer niedersächsischen Kommune zugewiesen.

Das erklärte Heinrich Hörnschemeyer, Leiter des Aufnahmelagers Friedland. Er schließt nicht aus, dass weitere Flüchtlinge dort vorübergehend Station machen müssen, weil die niedersächsischen Aufnahmelager zurzeit aus allen Nähten platzen.

Zunächst hieß es, in dem Hotel würden Flüchtlinge aus Syrien kurzfristig eine Unterkunft finden. Tatsächlich kommen sie aber aus den Ländern des östlichen Balkans wie dem Kosovo. Syrien war irrtümlich als Herkunftsland gemeldet worden, weil an diesem Tag ebenfalls Flüchtlinge von dort erwartet worden waren, sagten übereinstimmend Hörnschemeyer und der zuständige Referent im niedersächsischen Innenministerium, Bernd-Michael Lemmel. Die nächsten Kontingent-Flüchtlinge aus Syrien sollen in Friedland am 27. Januar eintreffen, sagte Hörnschemeyer weiter. „Die Asylzahlen werden steigen.“

Derzeit sind Friedland fast 900 Flüchtlinge untergebracht, 200 mehr als eigentlich vorgesehen sind. In Bramsche und Braunschweig sind es jeweils 800 statt 600. In Osnabrück entsteht zurzeit das vierte niedersächsische Aufnahmelager mit noch einmal 600 Plätzen. Außerdem hat das Land ein Hotel in Hildesheim angemietet.

Die Aufenthaltsdauer liegt in den Aufnahmestationen in der Regel zwischen zwei und sechs Wochen, um die notwendigen Formalitäten zu erledigen, bevor die Flüchtlinge auf die Kommunen und Landkreise verteilt werden.

Göttingens Landrat Bernhard Reuter (SPD) fordert eine frühzeitige Information, damit „keine Gerüchte ins Kraut schießen“. Damit kritisierte er, dass die Belegung des Rosenthaler Hofs mit Flüchtlingen am selben Tag erfolgte, wie die Bekanntmachung der Maßnahme. Er kündigte für die im kommenden Jahr fusionierenden Landkreise ein Projekt der Willkommenskultur an. „Wir haben gegenüber den Menschen, die oft furchtbares durchgemacht haben, die Verpflichtung, uns um sie zu kümmern und ihnen das Einleben in unsere Gesellschaft zu ermöglichen.“

Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) sagte: „Menschen, die Hilfe benötigen, den wollen wir helfen und mit ihnen eine Willkommenskultur leben.“

Regierungserklärung

Die niedersächsische Vizepräsidentin des Landtags, Dr. Gabriele Andretta (SPD) kündigte an, dass sich Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) in der kommenden Woche in einer Regierungserklärung mit diesem Thema auseinander setzen werde. (zhp)

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