Thementag an der Europa-Schule Theodor-Heuss-Gymnasium: Schüler fragen Politiker

Europa ist jung und hat Zukunft

Europatag im Gymnasium: Die SchülervertreterinnenKatharina Sprott und Carolin Müller stellen Fragen – auch an Dr. Lutz Knopek (FDP), der hinter einer Europafahne verschwindet. Foto: Kopietz

Göttingen. Europa – Am Theodor-Heuss-Gymnasium in Göttingen ist dieses Wort täglich präsent und ständig Thema. Nicht nur, weil das THG 1967 die erste Europa-Schule in Niedersachsen war, und Schüler hier ein Europa-Schwerpunktprofil wählen können. Am Montag starteten Zehnt- und Elftklässler außergewöhnlich in die Schulwoche: Mit einem Europatag unter dem Titel „Europa ist Deine Zukunft“, organisiert vom Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit.

Gleich zu Beginn fühlten die THG-Schüler politischen Vertretern, darunter dem FDP-Bundestagsabgeordneten Dr. Lutz Knopek, auf den Zahn: In der Podiumsdiskussion ging es – natürlich – um Europa, aber nicht um das Thema, das vielen Menschen dazu einfällt: Finanzkrise. Schülersprecherin Carolin Müller fragte: „Wie können wir das Gemeinschaftsgefühl fördern?“ Auf dem Podium war man sich einig: Ein vereinigter Staat Europa kann die Probleme nicht lösen. Diese müssen systematisch aufgearbeitet werden, lösen sich aber nicht von alleine, warnte Lutz Knopek, der sich als Bundestagsabgeordneter oft nur als „Abnicker“ für EU-Richtlinien ohne eigene Entscheidungsgewalt sieht.

Simon Schütte von der Landesarbeitsgemeinschaft Europa und Internationale Zusammenarbeit ist für ein starkes Europa mit weiten Entscheidungskompetenzen.

Fördern kann man das Gemeinschaftsgefühl durch ganz einfache Dinge: Andreas Strauch, Mitarbeiter des EU-Parlamentsabgeordneten Bernd Lange, weist auf ein Fußballturnier in Walkenried mit Mannschaften aus acht Nationen hin. Simon Schütte nennt den Wert von Schüleraustausche „unschätzbar“.

„Ich bin Europäerin“

Austausche, die können auch als THG-Schüler erleben. Sie schwärmen aus nach Polen, Kanada, England, Spanien oder Slowenien. Und sie lernen dort für sich, das Leben und für Europa, wie Schüler Henning Klapproth sagt. Dort werben sie auch für Europa und Deutschland. Das bestätigt Marie Kollenrott (Grüne): „Ich bin jung, ich bin Europäerin, wir sind Europäer“, darum geht es Kollenrott. Sie sieht es idealistisch.

Der Realpolitiker Knopek hingegen fordert klare Handlungsmöglichkeiten, auch im Fall Ungarn, wo antisemitische Gedanken durch die Regierung wieder hoffähig geworden sind. Um etwas dagegen erreichen zu können, benötige man eine EU-Polizei. Marie Kollenrott sieht Europa und die Möglichkeiten der Europäer ganz anders: Europa bietet die Chancen für länderübergreifende Initiativen.

Arbeitsgruppen

Dann trugen die THG-Schüler in Arbeitsgruppen mit den Politikern Ergebnisse zusammen. Dabei ging es auch wieder um nützliche Antworten auf Fragen: Wie finde ich ein Stipendium im Ausland? Wo kann ich arbeiten und eine Ausbildung beginnen? Denn damit wird Europa gelebt. „Und darum geht es“, sagt Schulleiterin Dr. Ulrike Koller.

Von Thomas Kopietz

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