Wegen Betrugs

Ex-AfD-Funktionär muss in Jugendhaft

Göttingen. Ein früheres Vorstandsmitglied des Göttinger Kreisverbandes der Partei Alternative für Deutschland (AfD) muss wegen einer Serie von Betrugsdelikten für ein Jahr und zehn Monate in Jugendhaft. Das hat das Amtsgericht Göttingen entschieden.

Das Gericht bezog bei der jetzt verhängten Jugendstrafe drei frühere Verurteilungen mit ein. Der 19-Jährige, der bis August 2013 Schatzmeister der AfD gewesen war, war in den vergangenen vier Jahren wiederholt straffällig geworden. Anders als in den früheren Verfahren gab es diesmal keine Bewährung mehr.

Der Ex-Parteifunktionär sitzt bereits seit März in der Jugendanstalt Hameln. Er wurde damals verhaftet, weil er zum wiederholten Mal die Arbeitsauflagen, die man ihm in den früheren Verfahren gemacht hatte, nicht erfüllt hatte. Das Gericht hatte daraufhin die Bewährung widerrufen.

Im aktuellen Prozess ging es um Computer, Notebooks und Programme im Wert von 3000 Euro. Der Angeklagte hatte die Geräte bestellt und bei sich installieren lassen, aber nie bezahlt. Schon in den Vorjahren hatte sich der 19-Jährige verschiedene Betrugsmaschen ausgedacht, um sich Geld und sonstigen Luxus zu verschaffen.

So gab er sich in mehreren Göttinger Geschäften mit gefälschten Dokumenten als Vorsitzender eines Vereins für Kunst und Medien aus und kaufte dann für den vermeintlichen Verein auf Rechnung Büromaterial, eine Kamera, ein Mobiltelefon und eine Signalpistole ein, ohne die Waren zu bezahlen.

In einem anderen Fall gab er sich als Rechtsanwalt aus. Außerdem mietete er mehrfach unter Vorlage einer gefälschten Kostenübernahmeerklärung einer Versicherung Nobelautos und logierte in einem Hotel in Hamburg.

Gemeinsam mit einem Freund ließ er sich als angeblicher Praktikant einer Luxus-Autovermietung im vermeintlichen Firmenauftrag bei einem Herrenausstatter in Göttingen für 1400 Euro einkleiden.

Einem Göttinger Hotel, wo er mit seinem Kumpel zwei Suiten buchen wollte, legte er ebenfalls ein fiktives Schreiben einer Luxus-Autovermietung vor. Darin bittet die vermeintliche Firma darum, auch Sonderwünsche ihrer Mitarbeiter aufzunehmen und ihnen den Aufenthalt „so angenehm wie möglich“ zu gestalten. Das Hotel fiel auf den Schwindel aber nicht herein.

Gegen den 19-Jährigen sind noch weitere Betrugsverfahren anhängig. Er soll unter anderem rund 6000 Euro aus der Kasse des Göttinger AfD-Kreisverbandes unterschlagen haben. Die eurokritische Partei hatte deshalb im September Strafanzeige erstattet. Das Verfahren wurde inzwischen an die Staatsanwaltschaft Hannover abgegeben. (pid)

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.