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Der Göttinger Ex-Uni-Klinik-HNO-Chef Wolfgang Steiner ist 80 geworden

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Von: Thomas Kopietz

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Porträt von Prof. Dr. Wolfgang Steiner.
Wurde nun 80 Jahre alt: Prof. Dr. Wolfgang Steiner. © UMG

Er hat die Therapie und Behandlung von Tumoren in der Kopf- und Hals-Chirurgie maßgeblich vorangebracht: Prof. Dr. Wolfgang Steiner. Nun wurde er 80.

Göttingen – Lange hatte er gegen Widerstände mit seiner Arbeit kämpfen müssen und schließlich Auszeichnungen erhalten.

Am Mittwoch, 2. März, wurde Prof. Dr. Wolfgang Steiner, langjähriger Direktor der Klinik für Hals-, Nasen und Ohrenheilkunde der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) nun 80 Jahre alt. Die UMG würdigt ihren Emeritus deshalb.

Steiner hatte von 1986 bis 2007, die Professur für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde an der Medizinischen Fakultät Göttingen inne. In den mehr als 30 Jahren seiner klinischen Tätigkeit „beförderte er einen Paradigmenwechsel in der Kopf- und Hals-Chirurgie von der radikalen Tumorchirurgie hin zur minimal invasiven Laserchirurgie“, verdeutlicht die UMG in ihrer Pressemitteilung.

Der Schwerpunkt seiner Arbeit lag jahrzehntelang in der Behandlung von Tumoren der oberen Luft- und Speisewege. Mitte der 1970er Jahre galt ein besonderes Engagement der Früherkennung und Nachsorge der oberen Luft- und Speisewege.

Die von ihm gestarteten ersten Reihenuntersuchungen zur Krebsfrüherkennung in Mundhöhle, Rachen und Kehlkopf wurden durch das Bundesgesundheitsministerium für Familie und Gesundheit gefördert. Seine Pionierarbeit auf diesem Gebiet wurde 1984 mit dem Hufeland-Preis gewürdigt.

Bereits in den 70er Jahren führte Steiner am Uni-Klinikum Erlangen die endoskopische Chirurgie bei frühen Stadien des Stimmlippenkrebses ein. Die Ergebnisse verarbeitete er 1978 in seiner Habilitationsschrift. Seitdem setzte sich Steiner für die lasermikrochirurgische Behandlung von Tumoren des HNO-Gebietes ein.

Auch größere Tumoren wurden organ- und funktionserhaltend operiert, im Kehlkopf sowie auch Rachen und Mundhöhle. Zunehmend wurde seine CO2-Laser-Chirurgie international auch für größere Tumoren in Hals, Rachen und Mund eingesetzt.

Trotz teilweise „erheblicher Anfeindungen im In- und Ausland“ hat Steiner diese Behandlungsmethode erarbeitet und weiterentwickelt. Nationale und internationale Operationskurse, viele Vorträge und Publikationen führten schließlich zur Anerkennung der Methode.

Wolfgang Steiner erhielt einige ochrangige Auszeichnungen. Für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der klinischen Krebsforschung bekam er 2005 als erster HNO-Arzt den Deutschen Krebspreis der Deutschen Krebsgesellschaft.

2012 erhielt er den mit 25.000 Euro dotierten Dr.-Fritz-Erler-Wissenschaftspreis für operative Medizin – für seine bahnbrechende Forschungsleistung auf dem Gebiet der transoralen Laserchirurgie bei Malignomen in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde.

Wolfgang Steiner, 1942 in Crailsheim geboren, absolvierte seine Schullaufbahn und das Medizinstudium in Erlangen. Nach seiner Approbation zum Arzt 1971 ließ er sich an der Uni Erlangen-Nürnberg zum Facharzt in Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde ausbilden. 1986 wurde Steiner auf die Universitätsprofessur für HNO-Heilkunde an die UMG berufen. (Thomas Kopietz)

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