Impfgegnerin im Visier der Strafverfolgungsbehörden

Falsche Atteste für Maskenverweigerer? Polizei durchsucht Praxis einer Ärztin

Die Maskenzone in Göttingen.
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Die Maskenzone in Göttingen umfasst die Innenstadt samt Wall und Albaniplatz. Schilder weisen darauf hin. Eine Ärztin in Duderstadt soll unrichtige Atteste ausgestellt haben, die von der Maskenpflicht befreien (Symbolbild).

Weil sie Maskenverweigerern falsche Atteste ausgestellt haben soll, ist eine Ärztin aus Duderstadt (Niedersachsen) ins Visier der Strafverfolgungsbehörden geraten.

Duderstadt – Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen bestätigte, durchsuchten am Mittwoch (20.01.2021) Polizeibeamte die Praxisräume der bekennenden Impfgegnerin.

Dabei seien auch diverse zahlreiche Patientenakten beschlagnahmt worden, sagte Behördensprecher Andreas Buick. Anlass für die Durchsuchung sei der Verdacht, dass die Medizinerin aus Niedersachsen unrichtige Gesundheitszeugnisse ausgestellt habe, die eine Befreiung von der Maskenpflicht beinhalteten. Insgesamt ermittele man derzeit wegen 16 Verdachtsfällen.

Ärztin aus Niedersachsen soll falsche Atteste ausgestellt haben

Nach Angaben der Ermittlungsbehörden war die Ärztin im Zusammenhang mit Demonstrationen von Coronaleugnern in Hannover in Verdacht geraten. Dort hätten diverse Teilnehmer ein von der Duderstädter Arztpraxis ausgestelltes Attest vorgelegt, wonach sie aus gesundheitlichen Gründen keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen müssten. Es bestehe der Verdacht, dass es sich um Blanko-Atteste gehandelt habe, sagte Buick.

Auffällig sei außerdem gewesen, dass manche Inhaber dieser Atteste nicht aus dem Einzugsbereich der Praxis in Duderstadt, sondern aus weit entfernt legenden Regionen stammten. Man wolle nun die Patientenakten auswerten, um zu prüfen, ob die betreffenden Personen überhaupt jemals in der Praxis gewesen und untersucht worden seien.

Niedersachsen: Ärztin unter Verdacht - Ausstellen falscher Atteste ist strafbar

Die Ärztin aus Niedersachsen engagiert sich bereits seit Monaten in der Coronaleugner-Szene und ist auch bei diversen Demonstrationen als Rednerin aufgetreten, wo sie gegen Schutzimpfungen, die Maskenpflicht und andere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie agitierte. In einem im Internet verbreiteten Video erklärt sie, dass in der Bundesrepublik eine „schlimmere Diktatur als in der DDR und im Iran“ herrsche.

Im November kündigte sie an, dass sie im Falle eines neuen Lockdowns versuchen werde, außer Landes zu kommen, weil sie „nicht in so einer Diktatur leben“ wolle. Diese Ankündigung hat sie bis heute allerdings nicht in die Tat umgesetzt. Stattdessen rief sie, als am Mittwoch die Polizei vor ihrer Tür stand, über einen Messengerdienst ihre Anhänger zu einer „Spontandemo“ vor ihrer Praxis auf. Einige Sympathisanten folgten diesem Aufruf.

Das Ausstellen falscher Atteste ist strafbar. Geregelt ist dies in Paragraf 278 des Strafgesetzbuches: Ärzte, die wider besseres Wissen unrichtige Gesundheitszeugnisse ausstellen, werden mit Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft. Alle neuen Informationen zu Corona in Niedersachsen gibt es im News-Ticker. Darüber hinaus informieren wir auch über die Impf-Fortschritte in der Corona-Krise in Niedersachsen. (Heidi Niemann)

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