Ganoven nutzen auch Corona-Krise

Falsche Wasserwerker in Reckershausen: Trickbetrüger bestehlen 76-Jährige

Ein Polizeiwagen mit eingeschaltetem Blaulicht.
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Die Polizei rät zu besonderer Vorsicht, wenn im Namen der Polizei agiert wird.

Unbekannte haben Mittwochmittag eine 76-jährige Frau in ihrem Haus in der Heiligenstädter Straße im Friedländer Ortsteil Reckershausen (Landkreis Göttingen) bestohlen. Die Täter erbeuteten 1200 Euro Bargeld.

Reckershausen – Laut Polizei Göttingen hatte sich gegen 11.15 Uhr ein Mann an der Haustür als Wasserwerker ausgegeben und angegeben, den Zählerstand ablesen zu müssen. Die Frau gewährte dem Unbekannten Zutritt und ging mit ihm in den Keller zur Wasseruhr.

Als die 76-Jährige Geräusche aus dem Erdgeschoss hörte, wurde sie misstrauisch und ging nach oben in die Wohnräume, wo sie einen weiteren unbekannten Mann in ihrem Büro sah, der ihren Schreibtisch durchwühlte. Überrascht über diese plötzliche „Entdeckung“, verließen beide Betrüger gemeinsam das Haus und flüchteten zu Fuß in Richtung Bergstraße. Die 76-Jährige bemerkte dann den Verlust des Geldes und alarmierte die Polizei.

Der falsche Handwerker, der den Zählerstand ablesen wollte, war etwa Mitte Dreißig, schlank, hatte dunkle Haare, trug eine Brille und Mundschutz, bekleidet war er mit einer weißen Jacke.

Der andere Mann, der das Büro durchsucht hatte, war etwa gleich alt, ebenfalls schlank, hatte dunkle Haare. Er trug keinen Mundschutz und eine dunkle Jacke. Die Polizei bittet um Hinweise unter Tel. 05 51/49 1-21 15.

Sie warnt aber auch davor, dass zurzeit noch weitere Trickbetrüger, also nicht nur falsche Wasserwerker, unterwegs sind, die es vor allem auf die Ersparnisse älterer Menschen abgesehen haben. „Auch Enkeltrick-Betrüger sind wieder aktiv“, teilt die Polizei Göttingen mit.

Neuerdings erfinden die Trickbetrüger immer wieder neue Maschen rund um das Corona-Virus. So habe kürzlich ein angeblicher Arzt per Telefonanruf aufgefordert, Geld für eine dringende Behandlung eines schwer erkrankten Angehörigen zu übersenden. Bisher sind diese Versuche gescheitert, berichtet die Polizei, deren Ermittler aber nicht ausschließen, dass die Trickbetrüger ihre Masche in nächster Zeit fortsetzen und intensivieren werden.

Deshalb rät die Polizei zu besonderer Vorsicht, auch wenn im Namen der Polizei agiert wird. „Die Polizei wird Sie nie um Geldbeträge bitten. Die Polizei ruft Sie nie unter der Polizeinotruf-Nummer 110 an. Das tun nur Betrüger. Sprechen Sie am Telefon nie zudem über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf.“

Wer glaubt, Opfer eines Betrugs geworden zu sein, sollte sich umgehend an die örtliche Polizeidienststelle wenden und dort Anzeige erstatten. (Thomas Kopietz)

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