Polizei im Großeinsatz

Ärger mit St. Pauli-Fans: Raststätte Göttingen war gesperrt

Göttingen. Eine Parkbehinderung war am Sonntagabend auf der Raststätte Göttingen-Ost um 19.35 Uhr Auslöser für eine handgreifliche Auseinandersetzung zwischen einem 44 Jahre alten Lastwagenfahrer und einem Fan des FC St.Pauli, der mit etwa 150 Anhängern auf der Rückreise vom Spiel beim FSV Frankfurt war.

Der Fahrer aus dem Kreis Pinneberg wurde dabei verletzt. Ein Großaufgebot der Polizei versuchte die Situation zu klären. Die Raststätte war von 21.45 bis ein Uhr gesperrt.

Der Angreifer konnte anschließend im unübersichtlichen Menschengedränge untertauchen. Eine Suche verlief ergebnislos. Die Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung ein.

Die Pauli-Fans waren mit drei Bussen unterwegs. Einer der Busse sei so verkehrsbehindernd abgestellt worden, dass der Lastzug blockiert und der Fahrer an der Weiterfahrt gehindert worden sei.

Als der Lastwagenfahrer den Busfahrer ansprechen wollte, sei er sofort von mehreren Pauli-Fans weggedrückt worden. Ein etwa 20-jähriger Mann griff den 44-Jährigen an und verletzte ihn, teilt die Polizei mit.

Aktualisiert um 15.45 Uhr

Als die Beamten eintrafen, hatten die etwa 150 Businsassen inzwischen ihre Fahrzeuge verlassen und sich auf dem Gelände verteilt. Auf die von der Polizei ausgesprochenen Anweisungen reagierten sie unkooperativ und aggressiv, schildert Polizesprecherin Jasmin Kaatz.

Die Folge war ein Großeinsatz der Polizei: Um die aufgeheizte Situation unter Kontrolle zu bringen und den Fall zu klären, wurden im Laufe des Abends weitere Einsatzkräfte aus den Polizeiinspektionen Northeim/Osterode, Hildesheim, Hameln-Pyrmont/Holzminden, von der Bereitschaftspolizei Göttingen und vom Polizeipräsidium Nordhessen zusammengezogen. Doch auch die Masse brachte nicht den erwünschten Erfolg: Der gesuchte Fan blieb unentdeckt. Eine 20-jährige Frau aber wurde bei der Einzelkontrolle erkannt und muss sich der Nötigung verantworten.

Einsatzleiter Polizeidirektor Gerd Hujahn gewann der Aktion dennoch etwas Positives ab: Angesichts der zunehmenden Ausschreitungen im „Fan-Reiseverkehr“ habe man mit dem länderübergreifenden Einsatz ein deutliches Signal gesetzt, das die Polizei Verstöße und Straftagen konsequent verfolge. Die Sperrung der Raststätte verteidigte Hujahn: „Das war notwendig, um unbeteiligte Personen nicht in Gefahr zu bringen.“ (tko)

Rubriklistenbild: © dapd

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