Weberei in Besenhausen fertigt Tücher für Papstbesuch

Konzentration: Larissa Brodt webt die Halbleinentücher, die am 23. September die Wallfahrtskapelle Etzelsbach zieren sollen, wenn Papst Benedikt XVI. bei seinem Deutschlandbesuch dort eine Messe liest. Foto:  Schröter

Besenhausen. Der Besuch von Papst Benedikt XVI am 23. September in der Wallfahrtskapelle Etzelsbach bei Heiligenstadt (Thüringen) wirft auch in Südniedersachsen seine Schatten voraus. Seit über einer Woche sind die Mitarbeiterinnen der Handweberei Rosenwinkel in Besenhausen (Gemeinde Friedland) damit beschäftigt, ein Altartuch und zwei Stuhlbehänge für den großen Tag zu weben.

Die Stuhlbehänge, von denen einer in Etzelsbach und einer am Tag darauf beim Papstbesuch in Erfurt die Stühle des Oberhauptes der katholischen Kirche schmücken sollen, sind 60 Zentimeter lang und 25 Zentimeter breit. Sie bestehen aus weißem Halbleinen und werden geziert vom Wappen des aus Bayern stammenden Papstes. Es zeigt die Papstkrone, eine Jacobsmuschel und den gekrönten Mohren aus dem Wappen der Erzbischöfe von München-Freising. Das zwei Meter lange, 1,40 Meter breite und in schlichtem Weiß gehaltene Altartuch ist ebenfalls aus Halbleinen und von feinen Kreuzen durchzogen.

„Unser Können zeigen“

„Das ist für uns eine großartige Möglichkeit, unser Können zu zeigen“, freut sich Silvia Hesse, Geschäftsführerin der Handweberei Rosenwinkel. Als sie dahinter gekommen sei, wie wenige Kilometer es von Besenhausen nach Etzelsbach seien, habe sie Kontakt mit dem Bistum Erfurt aufgenommen und sich um den Auftrag bemüht. „Uns war einfach wichtig, einen Teil zu diesem einmaligen Ereignis beizutragen“, so Hesse. Nicht zuletzt deshalb verstehe es sich von selbst, dass das Altartuch und der Stuhlbehang für Etzelsbach eine Spende seien. Der zweite Stuhlbehang für Erfurt werde jedoch regulär vom Bistum bezahlt.

„Diese Arbeit ist für uns absolutes Neuland“, betont Webereileiterin Nele Knierim. Vor allem das Färben der Leineschafwolle, die für die Wappen verwendet wird, seien eine Herausforderung gewesen, weil genaue Vorgaben eingehalten werden mussten.

„Für das Wappen wurde eine Vorlage gemalt, wobei die feinen Konturen erst im Nachhinein eingewebt werden“, so Knierim. Dies sei mit dem Webstuhl „schlicht unmöglich“. Dass es sich bei den Gold- und Silberfäden nicht um echtes Edelmetall handle, verstehe sich beinahe von selbst. „Das könnte heutzutage niemand bezahlen.“

Was nach dem Papstbesuch mit den Tüchern geschieht, steht noch in den Sternen. „Entweder wird es ein historisches Andenken für uns oder es wird als Andenken im Vatikan ausgestellt“, sagt Pfarrer Franz Xaver Stubenitzky von der Pfarrgemeinde Steinbach, in der die Wallfahrtskapelle liegt. Beim Bistum Erfurt ist man jedenfalls schon jetzt hochzufrieden. „Ich sehe die Tücher heute zum ersten Mal und bin zutiefst beeindruckt“, sagt deren Vertreter Andreas Wallbillich.

Von Per Schröter

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.