Landkreis Göttingen: Ferienschule macht Kinder für Unterricht fit

120 Mädchen und Jungen nahmen am Landkreis-Programm „Learn & Fun“teil

Beim Ausflug nach Ebergötzen ins Europäische Brotmuseum lernten die Teilnehmer einer Projektgruppe, wie früher Mehl gemahlen und Brot gebacken wurde. Kreisrat Marcel Riethig (links) machte sich vor Ort ein Bild.
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Beim Ausflug nach Ebergötzen ins Europäische Brotmuseum lernten die Teilnehmer einer Projektgruppe, wie früher Mehl gemahlen und Brot gebacken wurde. Kreisrat Marcel Riethig (links) machte sich vor Ort ein Bild.

„Learn & Fun“ lautete der Titel eines Ferienschulprogramms des Landkreises Göttingen, an dem rund 120 Kinder teilnahmen und das an vier Standorten gleichzeitig angeboten wurde – auch in Hann. Münden.

Landkreis Göttingen/Hann. Münden – „Das Projekt ist ein Angebot für Schüler der ersten bis sechsten Klasse, die nach dem pandemiebedingten Homeschooling Unterstützungsbedarf haben“, sagte Dirk Glowatz, Leiter des Fachdienstes Kinder- und Jugendarbeit, Jugendschutz und Jugendberufshilfe. Weil besonders Grundschülern nach der mehrmonatigen Zwangspause häufig nicht nur Lernstoff fehle, sondern auch Sozialkontakte, habe der Kreistag kurzfristig ein landkreisweites Ferienschulprogramm beschlossen und die dafür benötigten Mittel in Höhe von rund 80 000 Euro bewilligt.

Neben Hann. Münden, wo die dortige Jugendhilfe als Träger das Projekt ausrichtete und wo 24 Kinder daran teilnahmen, waren als Austragungsorte noch Reinhausen (Träger: RUZ – Waldpädagogikzentrum Göttingen), Duderstadt und Osterode (Träger jeweils GAB – Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung) aus gewählt worden.

„Ziel des Projekts war es, schulische Lerninhalte in umwelt-, sport- und erlebnispädagogischen Aktionen zu vermitteln“, betont Kreisrat Marcel Riethig. Ausflüge zu den unterschiedlichsten Zielen sollten den Kindern dabei nicht nur Spaß machen, sondern durch bestimmte Aufgabenstellungen auch Wissen vermitteln.

Die Tatsache, dass sich die Schüler während des Sommercamps nahezu ausschließlich im Freien aufhielten, schützte sie nicht nur vor einer Covid-19 Infektion, sondern ermöglichte gleichzeitig auch ein lebendiges Lernen außerhalb des Klassenzimmers.

„Das Projekt lief richtig gut und wir haben durchweg gute Rückmeldungen von den Kindern und auch von den Eltern bekommen“, sagt Julia Adler von der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung, die die Gruppen in Reinhausen und Duderstadt betreute.

Das ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass das Ferienschulprogramm doch eher mit der sprichwörtlichen heißen Nadel gestrickt wurde. „Der Fachdienst Jugend hatte nach dem Beschluss des Kreistages gerade mal ein paar Tage Zeit, um das auf die Beine zu stellen“, betont Kreisrat Riethig. Weil das Programm, das für die Eltern der Teilnehmer kostenlos war, gezielt für Schüler gedacht war, die entweder speziell durch Corona benachteiligt waren oder dies auch allgemein schon sind, sei man auf die Mithilfe der Grundschulrektoren und der Schul-Sozialpädagogen angewiesen gewesen. „Und das hat perfekt funktioniert“, lobt Riethig, dessen spezieller Dank jedoch auch an Dirk Glowatz und sein Team geht.

„Wir erleben in der Corona-Krise, vieles, was aus der Not geboren wird, am Ende richtig gut ist“, sagt Marcel Riethig.

Weil dieses Sommercamp definitiv dazu zähle, könne er sich sehr gut vorstellen, dass es nicht das einzige dieser Art bleiben werde und eventuell sogar zu einer dauerhaften Einrichtung werden könne. „Dann allerdings nur in Absprache mit den Jugendpflegern im Landkreis, die ja normalerweise alle ihre eigenen Ferienprogramme anbieten und mit denen wir keinesfalls konkurrieren wollen“, so der Kreisrat.  (Per Schröter)

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