Ein Fest auf den Kurzfilm: Schweizer gewinnen in Göttingen

Kurzfilm-Festival-Göttingen: Beteiligte freuen sich über gute Resonanz. Hollywood-Produzent und Juryvorsitzender Jan Fantl überreichte den Gewinnern die Trophähe Foto: Thomas Klawunn

Göttingen. Das erste Göttinger Kurzfilmfestival der FilmnetzWerke blickt auf drei ausverkaufte Filmvorführungen und eine überraschende Preisverleihung zurück.

Egal ob leidenschaftlicher Profi oder ambitionierter Hobbyfilmer – drei Monate lang konnten Filmemacher aus dem deutschsprachigen Raum ihre Produktionen für das Göttinger Kurzfilmfestival einreichen. Veranstaltet wurde der Wettbewerb unter dem Motto „Mach mal halblang!“ vom Göttinger FilmnetzWerk. Zugelassen waren narrative Kurzfilme in deutscher Sprache mit einer Länge von maximal 15 Minuten.

Eine fünfköpfige Fachjury vergab am vergangenen Sonntag unter den Beiträgen des Festivals den Hauptpreis. „Wir haben 31 Filme gesehen, erneut angesehen und intensiv diskutiert“, beschreibt Jan Fantl, Hollywood-Produzent mit Göttinger Wurzeln und Jury-Vorsitzender, die schwierige Entscheidungsfindung.

Den Preis für den besten Film hat die Jury geteilt. „Nicht weil sie feige ist, eine Entscheidung zu treffen, sondern weil sie hier ein Zeichen für mehr Ungewöhnliches, mehr Spaß an der Anarchie, mehr filmischer Randale setzen will“, appelliert Fantl an den Mut der Filmemacher.

Hauptpreis 1: „Lothar“

Der erste Teil des Hauptpreises, die Göttinger Golden Shorts, ging an Luca Zuberbühler und das Team der Zürcher Hochschule der Künste für „Lothar“. Die Schweizer Produktion erzählt mit großem Einsatz Geschichten, so die Jury. Alle Gewerke wie Kamera, Produktion Design, Kostüme, Schnitt arbeiten der Regie in bestechender Weise zu. Leicht, professionell und unterhaltsam.

Hauptpreis 2: Tchina Wurm

Mit dem zweiten Teil des Hauptpreises wurden der Bocholter Hobbyfilmer David J. Lensing und sein Team für den Film „Tchina Wurm“ bedacht. Unperfekt, unangepasst, wie ein Film aus der Nouvelle Vague, so die Jury. Trotz aller Schwächen – ein gelungenes Spiel mit Zeitsprüngen in allen Richtungen, dynamischen Brüchen von Kontinuität.

Klangbild-Preis

Neben den beiden Gewinnern des Hauptpreises, die sich über ein Preisgeld von je 1.500 Euro freuen dürfen, wurde auch der besondere Preis für das beste „Klangbild“ vergeben und mit 1.500 Euro dotiert. Beim Gewinner „Lothar“ stimmen von den simplen Einzeltönen bis zum vollen Klangspektrum des Genrekinos alle Eindrücke von Ton, gestaltetem Sound, Musik und sogar der Abwesenheit von Ton.

Publikumspreis

Der Liebling der Festivalzuschauer wurde mit dem Publikumspreis (Preisgeld: 1.500 Euro) geehrt. Das Göttinger Publikum wählte am vergangenen Sonntag den Film „Simply Clever“ mit knapper Mehrheit zum Gewinner.

Der Film rang den Zuschauern mit sächsischem Dialekt und viel Gespür für Komik die ein oder andere Träne vor Lachen ab.

Über das Preisgeld freuen sich die Filmemacher Johannes Kürschner und Franz Müller. (mtg)

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