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Festival Jazz ohne Gleichen: Erfolge und Ablehnung jüdischer Musiker

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Von: Michael Caspar

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Das Festival Jazz ohne Gleichen findet zum sechsten Mal im Kreis Göttingen statt. Dabei geht es auch um jüdische Musiker und ihre Herausforderungen.

Rittmarshausen – Konzerte, Workshops und ein Symposium über Erfolge und Anfeindungen jüdischer Jazzmusiker bietet das Festival Jazz ohne Gleichen. Es findet am Wochenende, 10. und 11. September, in der Kulturscheune Rittmarshausen in Kreis Göttingen statt.

Die Rechtspopulisten gewinnen an Boden. Antisemitismus lebt wieder auf. „Vor diesem Hintergrund wollen wir jüdische Einflüsse auf den Jazz in einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung beleuchtens“, kündigt Organisator Matthias Heintz vom Kulturverein Rittmarshausen an.

Festival Jazz ohne Gleichen findet im September in Rittmarshausen im kreis Göttingen statt

Organisiert „Jazz ohne Gleichen“ auch 2022: Matthias Heintz.
Organisiert „Jazz ohne Gleichen“ auch 2022: Matthias Heintz. © Michael Caspar

Zwei Niederländer, Sängerin Mirjam van Dam und Kulturexperte Gary Feingold, sprechen am Samstag, 10. September, um 18 Uhr über jüdische Jazzkomponisten wie Artie Shaw und Irving Berlin. Im Gespräch mit Dr. Dietmar Sedlaczek, dem Leiter der KZ-Gedenkstätte Moringen, fragen sie, ob Europa derzeit einen Rückfall in längst überwunden geglaubte Zeiten erlebt. Die drei sprechen Englisch. Es gibt eine Übersetzung ins Deutsche.

Beginnen wird das Festival am Samstag um 13 Uhr mit Workshop. Teilnehmende können mit Tom Hansen in der Werkhalle eines örtlichen Bio-Lieferservice trommeln, Jazzgesang mit Hanna Carlson in der katholischen Kirche im Ort üben oder unter Leitung von Elisabeth Lindenmayer bei der Feuerwehr auf Melodieinstrumenten improvisieren. Einen Jazzworkshop für Dritt- und Viertklässler leitet Martin Tschoepe auf dem Schulhof im nahen Kerstlingerode.

Das Festival-Ensemble mit Saxophonist Warnfried Altmann, Percussionist Hermann Naehring und Organist Stephan Hardt gestaltet das Eröffnungskonzert um 20 Uhr. Unter dem Motto Transformation mischt sich bei ihnen Jazz mit Klassik und Neuer Musik. Um 22 Uhr schließt sich eine Session mit den anwesenden Musikern an.

Festival Jazz ohne Gleichen: Erfolge und Ablehnung jüdischer Jazz-Musiker

Am Sonntag, 11. September, begrüßt Naehring die Gäste um 11.45 Uhr auf einer japanischen Trommel schlagend. Um 12 Uhr ist das Kasseler Quartett FN 22 mit seinem Programm Stufatu zu hören. Geschichten und Anekdoten über die jüdischen Einflüsse auf die Jazzmusik erzählt van Dam. Sie spielt mit ihrem Quintett von 14 Uhr an Klezmer, Hollywood-Musical und jüdische Musik aus dem Norden Afrikas.

Bach-Choräle als Jazzimprovisationen haben Pianist Markus Burger und Saxophinist Jan von Klewitz für ihr Programm Spiritual Standards bearbeitet. Sie treten um 16 Uhr auf.

Um 18 Uhr ist die von Lindenmeyer geleitete Göttinger Band Uniroyal zu hören. Begleitet wird sie vom Oldenburger Vibraphonisten Chris Olesch und dem Hannoveraner Gitarrist Kai Wenas. Das Konzert ist Teil der Jazz-Kultur-Reihe „Ab in den Süden“ der niedersächsischen Landesarbeitsgemeinschaft Jazz.

Spiel, Spaß und Kulinarisches verspricht Organisator Heintz den Sonntag über von 11.30 bis 18 Uhr auf dem Festivalgelände zwischen Kulturscheune und Schloss. Karten lassen sich im Vorverkauf per E-Mail ordern: kulturverein.rittmarshausen@aol.com. (Michael Caspar)

2021 bot der Kulturverein Rittmarshausen beim „Jazz ohne Gleichen“-Festival drei Workshops und eine Masterclass an. Auch bei den Göttinger Händelfestspielen spielte der Jazz eine Rolle.

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