Fliegerhorst Wunstorf bei Hannover

Bund steckt viel Geld in den  Ausbau zur Flugbasis für Militärtransporter

Notwendiger Ausbau: Damit der Militärflugplatz Wunstorf im Großraum Hannover dauerhaft Heimatbasis für A400M-Militärtransporter (Foto) werden kann, müssen etwa 750 Millionen Euro ausgegeben werden. Foto: Holger Hollemann/dpa

Wunstorf. Der Fliegerhorst Wunstorf, 30 Kilometer nordwestlich von Hannover, entwickelt sich zu einer internationalen Drehscheibe für weltweite Militär-Einsätze.

Die Modernisierung des Luftwaffen-Standorts Wunstorf als Heimatbasis des Militärtransporters A400M dürfte nach Angaben des niedersächsischen Finanzministeriums mit 750 Millionen Euro zu Buche schlagen. „Von August 2009 bis Dezember 2016 – dem Termin für die Erstflugbefähigung – wurden etwa 450 Millionen Euro ausgegeben“, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums, das auch für das staatliche Baumanagement in Wunstorf zuständig ist.

Diese Modernisierung des Fliegerhorsts sei damit aber noch nicht beendet, sondern werde bis 2028 „und gegebenenfalls darüber hinaus“ fortgeführt. Insgesamt seien für die weiteren Bauvorhaben von 2017 bis zum Ende des Ausbaus mit Kosten von etwa 300 Millionen Euro zu rechnen, schätzt das Ministerium.

Neubau für Lazarett

Ein aktuelles Projekt ist ein Neubau für den Lazarettbereich, dessen Richtfest im September ansteht. Beim Einsatz als Lazarettflugzeug soll die viermotorige A400M in der Lage sein, Verletzte aus Einsatzgebieten in Sicherheit zu bringen. Dafür werden im Frachtraum der Turboprop-Maschinen spezielle Transporteinheiten mit dazugehörigen Material verankert, von denen künftig zwei voll ausgestattet in dem Neubau bereitstehen werden.

Das Lufttransportgeschwader (LTG) 62 ist Heimatbasis der A400M „Atlas“. Hier findet auch die Ausbildung der künftigen Besatzungen statt.

Ausbau Schulungszentrum

Beim Umbau des in den 1930er Jahren gebauten Flugplatzes Wunstorf wurde neben neuen Stellflächen und Wartungshallen auch ein modernes, multinationales Ausbildungszentrum gebaut, in dem Piloten und Techniker geschult werden sollen.

Der Flugplatz in Wunstorf nahe am Steinhuder Meer dient als Basis für die Verlegung von Material und Soldaten per A400M, aber auch Luftfahrzeugen anderer Nationen in weltweite Einsätze.

Problem-Flugzeug

Das Flugzeug gilt als modernster Militär-Transporter der Welt, hatte aber immer wieder Probleme. Politische, finanzielle und technische Probleme verzögerten die Entwicklung jahrelang. Das Flugzeug wird 1,5 Milliarden Euro teurer als veranschlagt und mehr als elf Jahre zu spät geliefert.

53 Maschinen bestellt

Das erste Exemplar übernahm die deutsche Luftwaffe im Dezember 2014. Deutschland hat insgesamt 53 Maschinen beim Hersteller Airbus bestellt, um die ein halbes Jahrhundert alten, zuverlässigen Transportflugzeuge vom Typ Transall zu ersetzen. Airbus hat nach eigenen Angaben bislang 20 Maschinen des Typs A400M an Deutschland ausgeliefert.

Weiterverkauf der Maschinen

Insgesamt wollte die Bundeswehr von den bestellten 53 Maschinen im Wert von 7,1 Milliarden Euro zunächst nur 40 behalten, 13 sollten weiterverkauft werden. Diese Flugzeuge sollen nun aber doch selbst genutzt werden. (lni/bsc/tko)

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