Schweigers Flüchtlingsheim in Osterode: Neuer Investor in Sicht

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Das Gelände der ehemaligen Kaserne in Osterode: Dort soll eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge entstehen.

Osterode. Ein neuer Investor hat einem Medienbericht zufolge Interesse an der geplanten Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Osterode angemeldet. Privatinvestor Carsten Jungclaus bestätigte am Sonnabend, er wolle die ehemalige Kaserne kaufen.

Das sagte er gegenüber „Spiegel Online“. Betreiber der Flüchtlingsunterkunft könnten erfahrene Träger wie die Diakonie oder die Caritas werden. Der bisherige Eigentümer, das Hamburger Unternehmen „Princess of Finkenwerder“, war zuletzt wegen seines undurchsichtigen Finanzgebarens heftig kritisiert worden.

Ein Sprecher des Innenministeriums bekräftigte am Sonnabend, dass das Land die Liegenschaften weiterhin mieten wolle. Zunächst würden die Verhandlungen aber mit dem bisherigen Eigentümer weitergeführt. Sollte sich ein neuer Stand ergeben, würden auch mit einem neuen Eigentümer Gespräche aufgenommen.

Verhandlungen

Das Land Niedersachsen verhandelt seit dem Frühjahr mit „Princess of Finkenwerder“ über einen Mietvertrag. In der Kaserne war bis 2004 ein Panzergrenadierbataillon der Bundeswehr stationiert. Das Gelände soll jüngsten Medienberichten zufolge mit verschiedenen Giftstoffen belastet sein.

Der in Deutschland und der Schweiz tätige Jungclaus sagte, dass der Umbau und die Erstausstattung bis zu zehn Millionen Euro kosten werden. Der Investor nannte gegenüber dem Online-Magazin als Voraussetzung für den Kauf, dass das Land Niedersachsen die fertige Einrichtung für einen Zeitraum von rund zehn Jahren pachten würde. Der Ministeriumssprecher wollte sich dazu nicht äußern.

Schauspieler Til Schweiger hatte Anfang des Monats angekündigt, er wolle gemeinsam mit dem Unternehmen in Osterode eine „Vorzeige-Unterkunft“ für Flüchtlinge einrichten. Aufgrund der ungeklärten Lage will er zunächst mit einer eigens gegründeten Stiftung eine Erstaufnahmestelle in Osnabrück unterstützen. Für seine Stiftung bekommt Schweiger Unterstützung von zahlreichen Prominenten, darunter von Bundestrainer Jogi Löw und die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth. (epd/bsc)

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