Weltweit erstes akademisches Konfuzius-Institut – stärkere Zusammenarbeit mit China

Konfuzius-Institut: Forschen mit und über China

Rote Urkunden und Fahnen: Prof. Dr. Hiltraud Casper-Hehne (Mitte) von der Uni-Göttingen unterzeichnete eine Kooperation mit Vertretern chinesischer Universitäten.
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Rote Urkunden und Fahnen: Prof. Dr. Hiltraud Casper-Hehne (Mitte) von der Uni-Göttingen unterzeichnete eine Kooperation mit Vertretern chinesischer Universitäten.

Göttingen. Die Universität Göttingen zurrt die Verbindungen zu chinesischen Unis noch fester: Die Eröffnung des akademischen Konfuzius-Institutes der Universität Göttingen ist sogar eine Welt-Neuheit.

Ab 2014 soll dort in enger Kooperation mit chinesischen Universitäten über China und Chinesisch geforscht und die Ergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

„Ein zentraler Bereich des Konfuzius-Instituts wird sich mit der Forschung zur Didaktik des Chinesisch-Unterrichts als Fremdsprache und deren Vermittlung in die Praxis befassen“, erläutert Prof. Casper-Hehne. Dazu gehörten wissenschaftliche Workshops, Lehrerfortbildungen und Beratung von Schulen.

Zweiter Schwerpunkt ist die genannte Vermittlung von aktuellen Forschungserkenntnissen über das moderne China in den Geistes-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften an die Wissenschaft, Wirtschaft, Medien, Verbände, Politik und die allgemeine Öffentlichkeit. Geschehen soll das über internationale Workshops, Konferenzen sowie Vortragsreihen.

Im Göttinger Institut werden weltweit erstmalig die Kompetenzen mehrerer herausragender chinesischer Hochschulen einfließen. Das wurde in der jetzt unterzeichneten Vereinbarung zwischen der chinesischen Fördereinrichtung Hanban und der Göttinger Uni vertraglich vereinbart: Die Uni arbeitet mit ihren chinesischen Partnerhochschulen, der Universität Nanjing und der Beijing Foreign Studies University, zusammen.

„Der Standort Göttingen ist für ein Akademisches Konfuzius-Institut hervorragend geeignet“, wertet Prof. Dr. Hiltraud Casper-Hehne, Vizepräsidentin für Internationales der Uni. Sie sagt das auch, weil es in Göttingen bereits das Institut for Modern East Asian Studies, ein mit fünf Professuren ausgestattetes Projekt, gibt. Zudem richtete die Universität Göttingen als erste in Europa einen Lehramtsstudiengang Chinesisch als Fremdsprache und als einzige in Deutschland eine Professur für Fachdidaktik Chinesisch als Fremdsprache ein.“

Außerdem hat Niedersachsen als erstes Bundesland Chinesisch als reguläre Schulfremdsprache eingeführt, die auch an weiterführenden Schulen wie dem Hainberg- und dem Theodor-Heuss-Gymnasium gelehrt wird.

Hintergrund: Konfuzius-Institute

Konfuzius-Institute befassen sich vor allem mit Kursen zur Vermittlung der chinesischen Sprache oder Kultur. In 116 Ländern gibt es etwa 430 Institute, 134 davon in Europa und 13 in Deutschland. Die Koordination und Leitung der Institute liegt in den Händen des Hanban, einer nicht-staatlichen Einrichtung, die dem chinesischen Bildungsministerium zugeordnet ist. Laut Hanban sollen sich Konfuzius-Institute weltweit künftig neben der Hauptaufgabe der Sprachausbildung auch stärker um die Integration von Sprache und Kulturaustausch kümmern, die Qualität der Chinesisch-Ausbildung erhöhen und sich der Lehrerfortbildung widmen. (tko)

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