Materialforschung soll verbessert werden

Forscher entwickeln feinsten Röntgenstrahl

Kleinste Strukturen für den feinsten Röntgenstrahl: die elektronenmikroskopische Aufnahme der winzigen Linse auf einer Nadelspitze. Foto: Uni Göttingen/nh
+
Kleinste Strukturen für den feinsten Röntgenstrahl: die elektronenmikroskopische Aufnahme der winzigen Linse auf einer Nadelspitze.

Göttingen. Forscher der Universität Göttingen haben einen Röntgen-Strahl mit nur knapp fünf Nanometern Durchmesser erzeugt – das ist zehntausendmal dünner als ein menschliches Haar und damit der schärfste Röntgenstrahl der Welt.

Die Untersuchungen liefen an der Röntgenlichtquelle Petra III am Desy, einem Forschungszentrum für naturwissenschaftliche Grundlagenforschung in Hamburg.

Der feine Strahl schärft den Blick der Forschungslichtquelle für kleinste Details. Die Ergebnisse der Göttinger Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Tim Salditt vom Institut für Röntgenphysik und von Prof. Dr. Hans-Ulrich Krebs vom Institut für Materialphysik sind im Fachjournal Optics Express erschienen. Energiereiches („hartes“) Röntgenlicht lässt sich nicht einfach fokussieren wie sichtbares Licht mit einem Brennglas. „Statt einer gewöhnlichen Linse verwenden wir daher eine sogenannte Fresnel-Linse, die aus verschiedenen Schichten aufgebaut ist“, erläutert Co-Autor Dr. Markus Osterhoff vom Göttinger Institut für Röntgenphysik.

Der feine Röntgenstrahl eröffnet neue Möglichkeiten für die Materialforschung, etwa zur Untersuchung von Nanodrähten, die in Solarzellen zum Einsatz kommen sollen. „Normalerweise kann man beispielsweise bei der Untersuchung der chemischen Zusammensetzung einer Probe nur Strukturen auflösen, die größer sind als der Strahl selbst. Vor diesem Experiment lag die Grenze noch bei etwa 20 Nanometern“, erläutert Desy-Forscher Dr. Michael Sprung.

Leistungsfähigere Linse

Als nächsten Schritt wollen die Forscher die Leistungsfähigkeit der Linse weiterentwickeln und die Schichten dazu auf einer ultradünnen und extrem gleichförmigen Glasfaser aufbringen. Zudem planen sie, erste Nanostrukturen mit ihrem neuen ultrafeinen Strahl zu untersuchen.  Weitere Infos gibt es im Internet. (bsc)

www.material.physik.uni-goettingen.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.