Oppenheim-Förderpreis

Göttinger Forscher kämpft gegen Multiple Sklerose

Dr. DmitriLodygin

Göttingen. Dr. Dmitri Lodygin aus Göttingen ist für seine Arbeit mit dem Oppenheim-Förderpreis für Multiple-Sklerose-Forschung in der Kategorie Präklinik ausgezeichnet worden.

Der Wissenschaftler ist Leiter der Arbeitsgruppe „Zelluläre und molekulare Neuroimmunologie“ in der Abteilung Neuroimmunologie und am Hertie-Institut für Multiple-Sklerose-Forschung an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG).

Der Forscher erhielt die Auszeichnung für sein Forschungsprojekt zum Thema „Echtzeitanalyse der Wirkung von Interleukin 17 auf die Funktion enzephalitogener T-Zellen im Verlauf der Experimentellen Autoimmunenzephalomyelitis“. Der Preis ist mit 50 000 Euro dotiert und wird seit 2010 jährlich vom Pharma-Konzern Novartis verliehen, um junge Wissenschaftler und ihre Forschungsideen zu unterstützen. Die Verleihung des Preises fand anlässlich einer Tagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Dresden statt.

In dem ausgezeichneten Forschungsprojekt untersucht Dr. Lodygin im Tiermodell der Multiplen Sklerose die Wirkweise von IL-17, einem entzündungsfördernden Signalbotenstoff. Die Multiple Sklerose stellt nach heutigem Verständnis eine Autoimmunerkrankung dar, in der sich bestimmte Immunzellen des Körpers gegen das eigene Nervengewebe richten und dabei bleibende Schädigungen verursachen. IL-17 scheint bei der Auslösung der Erkrankung zentral beteiligt zu sein.

So konnte kürzlich in einer klinischen Studie gezeigt werden, dass bei Multiple-Sklerose-Patienten die Blockade von IL-17 zu einem milderen Krankheitsverlauf führt. Allerdings ist noch weitgehend unklar, wie IL-17 in das Krankheitsgeschehen der Multiplen Sklerose eingreift.

Dr. Lodygin geht in dem geförderten Forschungsprojekt gezielt dieser Frage nach. Mithilfe eines von ihm entwickelten biologischen Leuchtsensors wird er untersuchen, wie sich die Blockade von IL-17 auf das Verhalten und die Funktion der krankmachenden T-Lymphozyten auswirkt. Dabei werden diese Zellen mit einem spezialisierten Mikroskopieverfahren in ihrer natürlichen Umgebung direkt gefilmt. Diese Studien könnten neue Erkenntnisse liefern, welche Rolle IL-17 bei der Krankheitsentwicklung der Multiplen Sklerose spielt und wie sich eine gegen IL-17 gerichtete Therapie auswirkt.

Der Name des Preises lehnt sich an einen der wichtigsten Gründerväter der modernen naturwissenschaftlichen Neurologie an. Hermann Oppenheim (1858 bis 1919) war einer der führenden Neurologen seiner Zeit (bsc)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.