Forstwissenschaftler: Viele Pilze machen Baum stark

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Vernarrt in Pilze: Die technische Assistentin Merle Fastenrath (links), die die Versuchsanlagen betreut hat, mit Dr. Rodica Pena, Forstwissenschaftlerin und Autorin der Studie.

Göttingen. Herbstzeit ist Pilz-Zeit. Dann sprießen die Pilze überall aus dem Waldboden. Das ganze Jahr über leben viele Speisepilze unsichtbar, unterirdisch in enger Symbiose mit den Wurzeln der Bäume (Mykorrhiza).

Wissenschaftlerinnen der Abteilung Forstbotanik und Baumphysiologie der Uni Göttingen haben nun herausgefunden, dass verschiedene Mykorrhizapilze für die Nährstoffversorgung der Bäume besonders bei Trockenheit oder fehlender Sonnen-Einstrahlung wichtig sind.

Die Wissenschaftlerinnen erforschen die funktionale Bedeutung der Biodiversität von Mykorrhizapilzen. Dabei setzen sie Isotope ein und verfolgen ihren Weg in die mikroskopisch kleinen Wurzelspitzen, die mit verschiedenen Pilzen vergesellschaftet sind. Mykorrhizapilze sind nützlich Sie ummanteln die empfindliche Wurzelspitze, schützen sie vor Schädlingen und führen dem Baum Nährstoffe aus dem Boden zu. Im Gegenzug erhalten die Pilze aus der symbiotischen Beziehung Zucker für ihren Energiebedarf vom Baum.

Aber warum ist eine Buche im Wald dann mit vielen verschiedenen Pilzen besiedelt? Würde für den Baum nicht auch eine einzige Pilzart ausreichen, um die Ernährung zu verbessern? Mehrere Pilzarten haben Vorteile: Während einige Pilzarten den Stickstoff besonders effizient unter Wassermangel an die Bäume weiterleiten, werden andere besonders aktiv, wenn die Zuckerversorgung kritisch wird, zum Beispiel, wenn die Photosynthese im Schatten nicht mehr so gut funktioniert.

Durch eine hohe Pilzvielfalt wird die Nährstoffversorgung so auch unter stark wechselnden Umweltbedingungen gesichert.

„Wir konnten zum ersten Mal zeigen, welchen Beitrag einzelne Pilzarten in ihrer komplexen, natürlichen Gesellschaft haben und die Stickstoffaufnahme durch ein mathematisches Modell vorhersagen. Unsere Ergebnisse untermauern, warum es im Klimawandel sehr wichtig ist, die Pilzdiversität zu erhalten“, fasst Dr. Rodica Pena, Autorin der Studie, die Ergebnisse zusammen. (pug/tko)

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