Fragen und Antworten: So geht es in Südniedersachsen am Streik vorbei

Ein ICE am Bahnhof Göttingen: Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer will von Dienstag bis kommenden Sonntag den Personenverkehr bei der Deutschen Bahn bestreiken. Archivfoto: Papenheim

Göttingen. Voraussichtlich Mega-Streik über Pfingsten bei der Bahn: Wir geben Tipps, wie man in der Region doch mobil bleiben kann.

?Wann genau wird überhaupt gestreikt?

!Der Streik im Personenverkehr beginnt laut Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am Mittwoch, 20. Mai, um 2 Uhr. Das Ende ist nicht absehbar, wird aber 48 Stunden vorher von der GDL bekannt gegeben.

?Was bedeutet das für die Kunden?

!Während des Streiks werden die Lokführer der GDL keine Züge fahren. Der Gewerkschaft gehört die Mehrzahl der Lokführer der Bahn an. Folge: Ein Großteil der Fernzüge wird im Rahmen des Notfahrplans der Bahn gestrichen. Dieser wurde inzwischen für Mittwoch und Donnerstag unter www.bahn.de veröffentlicht.

?Was sollte man vor Fahrtantritt beachten?

!Vor Fahrtantritt sollte man sich unbedingt informieren, ob der gewünschte Zug vielleicht doch fährt. Informationen dazu gibt es während des Streiks über die kostenlose Servicenummer 08000/996633 sowie auf der Bahn-Seite im Internet. Zudem gibt es Infos unter http://zu.hna.de/bahnstreik09

?Was plant die Bahn während des Streiks?

!Das Unternehmen geht mit einem Ersatzfahrplan in den Streik. Erfahrungsgemäß wird zumindest auf den ICE-Fernstrecken ein Zwei-Stunden-Takt angeboten. IC- und Nahverkehrs-Verbindungen werden oftmals gestrichen. Wer seinen gebuchten Zug streikbedingt nicht bekommt, kann in der Regel den nächsten, auch höherwertigen nutzen.

?Wie schafft es die Bahn, noch Züge fahren zu lassen?

!Zahlreiche Lokführer sind noch Beamte. Und die dürfen bekanntlich nicht streiken. Außerdem sind nicht alle Lokführer in der GDL.

?Was muss ich bei Fernzügen beachten, die trotz des Streiks fahren?

!Die Hauptreisetage für das lange Pfingstwochenende sind Freitag, Samstag, Montag und Dienstag. Wenn es möglich ist, sollte man sich insbesondere für Fahrten an diesen Tagen Sitzplatzreservierungen besorgen – sonst kann es passieren, dass man aus dem Zug wegen Überfüllung hinaus gebeten wird.

?Welche Alternativen gibt es für die Fahrgäste?

!Gerade in Südniedersachsen kann man viele Ziele mit den Privatbahnen erreichen, die nicht bestreikt werden. In der Region fahren der Metronom (Göttingen-Hannover-Uelzen-Hamburg), der Cantus (Göttingen-Kassel sowie Göttingen-Fulda) sowie die Nord-West-Bahn (Kreiensen-Paderborn und Göttingen-Ottbergen). Der Fahrgastverband Pro Bahn hat eine „Streikkarte“ erarbeitet. Darauf kann man Alternativrouten mit Privatbahnen heraussuchen. Hier der Link: http://zu.hna.de/streikkartends15

?Wie sieht es mit den Fernbussen aus?

!Sie sind während des Streiks eine interessante Alternative. Aber: Zahlreiche Fahrten sind schon ausgebucht. Außerdem haben die Unternehmen wegen der verstärkten Nachfrage bereits mit deutlichen Preissteigerungen reagiert. So kostet die einfache Fahrt mit dem Fernbus am Freitag von Göttingen nach Berlin derzeit schon bis zu 39,50 Euro – am Wochenende waren die Tickets noch deutlich günstiger zu bekommen. Weitere Infos: www.busliniensuche.de und www.fahrtenfuchs.de Außerdem gibt es seit kurzem mit Megabus einen weiteren Anbieter. Weitere Infos: www.megabus.com

?Welche Alternativen gibt es noch?

!Natürlich kann man einen Mietwagen buchen, aber das Kontingent ist im Streikfall oft schnell erschöpft. Zudem lassen sich mit der Mitfahrzentrale oder BlaBlaCar Mitfahrgelegenheiten organisieren. Infos: www.mitfahrzentrale.de und www.blablacar.de

?Was ist mit Erstattungen von Fahrscheinen?

!Erfahrungsgemäß zeigt sich die Deutsche Bahn im Streikfall kulant. Es kommt aber wie immer auf den Einzelfall an. Das Fahrgastrechteformular gibt es bei den Reisezentren sowie im Internet unter http://zu.hna.de/fahrgastbahn15

Von Bernd Schlegel

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