Im Operativen Kinderzentrum in Göttingen behandelt

Mädchen aus Angola: Francesca ist wieder gesund

Fancesca wurde erfolgreich operiert: Das Bild zeigt (von links) Prof. Dr. Anna Hell, Leiterin des Schwerpunktbereichs Kinderorthopädie im Operativen Kinderzentrum, Gesundheits- und Krankenpflegerin Theresa Seck sowie Dr. Esther von Richthofen und Dr. Heiko Lorenz, beide Fachärzte für Kinderorthopädie, mit der jungen Patientin. Foto: UMG/nh
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Fancesca wurde erfolgreich operiert: Das Bild zeigt (von links) Prof. Dr. Anna Hell, Leiterin des Schwerpunktbereichs Kinderorthopädie im Operativen Kinderzentrum, Gesundheits- und Krankenpflegerin Theresa Seck sowie Dr. Esther von Richthofen und Dr. Heiko Lorenz, beide Fachärzte für Kinderorthopädie, mit der jungen Patientin.

Göttingen. Francesca macht die ersten Schritte in ihrem jungen Leben. Das eineinhalbjährige Mädchen aus Angola wurde im Operativen Kinderzentrum (OPKiZ) der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) behandelt. Der Grund: eine stark ausgeprägte Salmonellen-Infektion.

In einer vierstündigen Operation haben Prof. Dr. Anna Hell, Leiterin des Schwerpunktbereichs Kinderorthopädie im Operativen Kinderzentrum (OPKiZ) der Universitätsmedizin Göttingen, und ihr Team alle Entzündungsherde im Körper des Mädchens versorgt. Der Verein Friedensdorf hat die Betreuung vermittelt, der Vorstand der Universitätsmedizin Göttingen hat die Kosten für die medizinische Versorgung übernommen.

„Francesca ist bei uns auf der Station das erste Mal in ihrem Leben gelaufen. Vorher konnte sie wegen der Entzündungen in ihren Beinen nicht gehen“, sagt Prof. Dr. Anna Hell. Dass sie jetzt laufen kann, ist laut Hell ein untrügliches Zeichen dafür, dass es ihr wieder gut geht.

Die junge Patientin hat auch schon ein paar Herzen bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erobert: Sie ist die einzige kleine Patientin, die bei den Schwestern mit am Frühstückstisch sitzen durfte.

Für Menschen mit einem gesunden Immunsystem ist die Infektion mit Salmonellen nicht gefährlich. Nach wenigen Tagen ist sie meist überstanden. Bei Francesca hatte die Erkrankung jedoch einen besonders starken Verlauf genommen. Die Bakterien sammelten sich im Blut an und führten zu schweren Knocheninfektionen.

Diese wurde in einem mehrstündigen Eingriff im neuen Kinderzentrum erfolgreich behandelt. Dafür mussten Knochen und Gelenke in den Armen und Beinen des Mädchens geöffnet und mit Hilfe einer Kochsalzlösung ausgespült werden. So hofften die Ärzte, dass alle Entzündungen im Körper ausgeheilt sind.

Nach der Operation musste Francesca einen Becken-Bein-Gips tragen, da ihre Knochen wegen ihrer schweren Infektionen stark gefährdet waren zu brechen. Nach einer zusätzlichen Behandlung mit Antibiotika sind die Entzündungen zurückgegangen.

Weitere Operation

„Zunächst konnte Francesca ins Friedensdorf zurückkehren. Bei der schweren Erkrankung kam es jedoch zu einem Rückfall, so dass wir Francesca nochmal operieren und mit Medikamenten behandeln mussten. Jetzt ist sie wieder auf den Beinen und hofft, dass sie bald nach Angola zurückkehren kann“, sagt Prof. Hell.

„In Angola haben nur 40 Prozent der Bevölkerung Zugang zu sauberem Trinkwasser. Deshalb sterben dort immer noch viele Menschen an Infektionen und Durchfällen. Vor allem bei Kindern ist das Immunsystem oft nicht stark genug, um sich gegen Erkrankungen zur Wehr zu setzen“, sagt Hanna Lohmann, Mitarbeiterin im Friedensdorf in Oberhausen. (bsc)

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