Frauen für Spitzenpostitionen in Vereinen fit machen

Stadtsportbund startete Seminar mit der Autorin Marion Knaths

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Übungssache: Seminar für Frauen in Vereinen und Führungspositionen – Referentin Marion Knaths (Dritte von rechts vorne) hört aufmerksam zu, wie eine Teilnehmerin vor der Gruppe spricht. Foto: nh

Göttingen. Der Stadtsportbund (SSB) will mehr Frauen für Führungspositionen in Vereinen fit machen. Denn dort fehlt es an Frauen. Ein Seminar mit einer Expertin war der erste Schritt.

60 Frauen und ein Mann aus 29 Vereinen der Sportregion Göttingen kamen zu dem aus SSB-Sicht wichtigen Seminar: Frauen in Führungspositionen. Marion Knaths betitelte ihren Kurs „Spiele mit der Macht – wie Frauen in Führung kommen“.

Die Gründerin der Agentur „sheboss“ und Autorin eines Buches zum Thema Frauen in Führungspositionen zeigte zunächst auf, wie unterschiedlich Frauen und Männer meist kommunizieren: „Männer kommunizieren innerhalb einer strengen Rangordnung und nutzen Kommunikation, um sich abzugrenzen“, sagte die Referentin. Kommunikation in Frauengruppen laufe hingegen vernetzt und seltener hierarchisch orientiert ab. „Hier tritt jede mit jeder Frau in Kommunikation.“ Knaths ermutigte die Frauen, sich, den ihren durchaus zustehenden Teil der Macht selbstbewusst zu nehmen.

Das ist nötig, wie ein Blick auf die Statistiken der Sportverbände und -vereine zeigt und die auch die ehemalige Handballerin, die sonst Business-Frauen coacht, kennt: Während die Frauen 44 Prozent der Mitglieder ausmachen, sind nur 14 Prozent weibliche Vereinsvorsitzende. Folge: Versammlungen und Sitzungen werden meist von Männern geleitet und möglicherweise auch dominiert.

Ein Hauptanliegen von Knaths ist es, den Code der Macht zu entschlüsseln. In neu zusammentreffenden Gruppen gehe es anfangs immer zunächst darum, die Hierarchie auszukämpfen. „Verpulvern sie in den ersten Minuten nicht ihre besten Ideen und Beiträge, denn in dieser Phase geht Rangordnung vor Inhalt“, rät die Expertin. Erst wenn das geklärt sei, wäre die Gruppe arbeitsfähig.

„ Sprechen Sie nicht einfach in die Runde. Wenn die ranghöchste Person zuhört, hören alle anderen auch zu“, lautet ein weiterer Tipp. Dies sei etwas, was Frauen generell zu wenig umsetzten, da deren Kommunikationsmuster darauf bedacht wären, alle anwesenden mit einzubeziehen.

Nach den theoretischen Grundlagen standen für die Frauen praktische Übungen auf dem Programm. Fragen wurden beantwortet: „Wie stehe ich richtig? Welche Haltung nehme ich ein? Wie spreche ich? Knaths gibt klare Tipps, und die kommen an.

„Klar und auf den Punkt gebracht“, so beschreibt Jutta Stöckling, Übungsleiterin bei Waspo 08, die Anregungen und Hinweise. Der Abend habe ihre Wahrnehmung für den Umgang miteinander geschult. Vor allem bescheinigte sie der Referentin eine achtsame und respektvolle Vortragsweise.

Martina Hadenfeldt vom ASC Göttingen ist ebenfalls „fasziniert“ von der Art und Weise des Vortrags von Marion Knaths. Man könne ganz viel mitnehmen. Ein Eindruck, den sie mit vielen der Teilnehmer teilte. (tko)

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