Freudensprünge der Lehrer

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Hannover/Göttingen. Nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Lüneburg zur Lehrer-Mehrarbeit dürfen Schüler und Eltern auf ein baldiges Ende des Klassenfahrten-Boykotts hoffen. „Die Kollegen haben Freudensprünge gemacht und können sich jetzt wieder voll unseren Schülern widmen“, berichtete der Vorsitzende des Philologenverbandes, Horst Audritz, gestern in einem Gespräch mit der HNA über die Stimmung an vielen Gymnasien.

Signale für ein Auslaufen des Protestes gab es unter anderem in Hann.Münden, Wolfenbüttel, Achim und Rotenburg. Das OVG hatte am Dienstag die von Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) verordnete Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung für Gymnasiallehrer um eine auf 24,5 Wochenstunden als verfassungswidrig und willkürlich gekippt. Die rot-grüne Landesregierung prüft nach Angaben einer Sprecherin diverse Optionen: von Rechtsmitteln gegen das Urteil bis hin zu einem Nachtragshaushalt wegen der nun zusätzlich erforderlichen Finanzmittel.

„Wir werden jetzt ganz in Ruhe überlegen, welche Möglichkeiten es gibt.“ Die Stunde Mehrarbeit entspricht 750 Vollzeitstellen im Gegenwert von 40 Millionen Euro jährlich. Während Heiligenstadt gestern bereits bei Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD) zum Krisengespräch antreten musste, wies Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) alle Rücktrittsforderungen von CDU und FDP gegen seine Kultusministerin zurück. Die Arbeitszeitbeschlüsse seien schließlich eine „gemeinsame Entscheidung der gesamten Landesregierung“ gewesen.

Ministerin Frauke Heiligenstadt und die Lehrerorganisationen bekräftigten ihre Bereitschaft, gemeinsam nach Lösungen suchen zu wollen. Die Verbände forderten allerdings als Konsequenz aus dem Urteil, die Arbeitszeiten und Belastungen für alle Kollegen zu erforschen – und zwar nicht nur für die an den Gymnasien.

Von Peter Mlodoch

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