Friedland feiert: Weihnachten ist für alle Religionen

Für jeden ein Päckchen: St. Nikolaus verteilte bei der Weihnachtsfeier im Grenzdurchgangslager in Friedland Geschenke an die Kinder der geflüchteten Familien. Foto: Dessauer

Friedland. Über eine Stunde mussten sie sich gedulden, die Kinder der geflüchteten Familien im Grenzdurchgangslager Friedland, doch dann kam er mit seidenem Gewand, Hirtenstock und weißem Rauschebart in den Saal: St. Nikolaus.

Zur obligatorischen Weihnachtsfeier hatte er für jedes der Kinder ein Geschenk mitgebracht. Bevor St. Nikolaus seine Gaben jedoch unter die Bewohner des Lagers brachte, richteten vornehmlich Politiker das Wort an die Anwesenden.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) appellierte an die Bevölkerung, trotz zurückgegangener Flüchtlingszahlen die Willkommenskultur aufrecht zu erhalten, da auch weiterhin Flüchtlinge nach Deutschland kommen würden. Die Überlastung der Aufnahmestationen, auch des Grenzdurchgangslagers in Friedland, im vergangenen Jahr sei durch einen „gesamtgesellschaftlichen Kraftakt“ gestemmt worden, sagte Pistorius. Daran müsse man auch weiterhin anknüpfen.

Im vergangenen Jahr musste aufgrund der Überlastung des Lagers die Weihnachtsfeier ausfallen. Bei 900 Betten waren 3700 Flüchtlinge in Friedland.

Klaus-Peter Bachmann, Vizepräsident des Niedersächsischen Landtages, pflichtete Boris Pistorius bei und ging auf die Wichtigkeit der Feiertage, auch für Menschen, die nicht christlichen Glaubens sind, ein: Weihnachten sei ein Fest der Liebe und des Friedens, das alle, unabhängig ihrer Religion, feiern könnten.

Momentan sind 575 Geflüchtete aus etwa 20 Nationen im Grenzdurchgangslager Friedland untergebracht. Größtenteils kommen sie aus Syrien und dem Iran. 270 von ihnen sind Kontingentflüchtlinge, also Juden und Menschen mit jüdischen Vorfahren aus Nachfolgestatten der ehemaligen Sowjetunion. Spätaussiedler, also deutsche Volkszugehörige aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion, gibt es 75 in Friedland.

Standortleiter Heinrich Hönschemeyer sieht die momentane Lage, gerade im Vergleich zum Vorjahr, entspannt. Es habe seit drei Monaten keinen Polizeieinsatz mehr gegeben und jeder arbeite Hand in Hand, die Helfer, wie die Bewohner.

Wie viele Christen unter den Geflüchteten sind, das sei nicht dokumentiert. Die Angabe der Religion ist keine Pflicht bei der Ankunft in Friedland.

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