Schüler der Carl-Friedrich-Gauß-Schule reden mit Flüchtling

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Fragen an einen Flüchtling: Die Klasse 9R1 der Carl-Friedrich-Gauß-Schule Groß Schneen führte ein Gespräch mit dem Syrer Mustafa Kawsara (Bildmitte, blaue Jacke). Vorn rechts Lehrer Tarek Zaibi, der Sport, Politik und Religion unterrichtet.

Groß Schneen. Alle reden über Flüchtlinge, die Klasse 9R1 der Carl-Friedrich-Gauß-Schule in Groß Schneen hat mit einem Flüchtling gesprochen.

Sie fragte den 22-jährigen Jura-Studenten Mustafa Kawsara aus Syrien, warum er sein Land verlassen hat und wie er die lebensgefährliche Flucht über 4000 Kilometer zu Fuß, mit dem Schlauchboot, mit Auto, Bus und Bahn überstanden hat. Der Kontakt zur Carl-Friedrich-Gauß-Schule kam zustande, als Lehrer Tarek Zaibi Sachspenden in die Sporthalle brachte, in der Kawsara zusammen mit anderen Flüchtlingen untergebracht war, bis er wegen eines Hochwasserschadens umziehen musste. Auf das Gespräch hatten sich die Schüler im Religionsunterricht vorbereitet.

Warum ist Mustafa Kawsara überhaupt aus seinem Heimatland geflüchtet? 

Sonst wäre er beim Militär gelandet und mit hoher Wahrscheinlichkeit im Krieg gestorben, sagt er.

Wie kann sich ein Flüchtling ein Smartphone leisten? 

Kein Flüchtling macht sich ohne ein GPS-fähiges Handy auf den Weg. Zum Einen dient das Handy als Orientierung auf dem Weg raus aus dem Krieg und zum Anderen ist dies die einzige Möglichkeit mit dem Rest seiner Familie, die sich die anstrengende und gefährliche Reise nicht leisten konnte, in Verbindung zu bleiben. Deshalb wird ein Teil der Familienersparnisse für ein Telefon bereitgestellt. Ein Bruder ist in Großbritannien gelandet, einer in den USA. Die Eltern und eine Schwester sind gerade auf der Flucht nach Deutschland.

Wie teuer war die Flucht nach Deutschland? 

Ungefähr 7500 Euro musste Mustafa an sogenannte „Schlepper“ bezahlen, damit Sie ihn in die EU bringen. Der wohl gefährlichste Teil der Reise war auch der teuerste: 2000 Euro für einen lebensgefährlichen Trip mit dem Schlauchboot von der Türkei über das Mittelmeer nach Griechenland.

Hat Mustafa Kawsara schon schlechte Erfahrungen in Deutschland gemacht? 

Bis jetzt waren alle sehr freundlich und herzlich zu ihm. Er fühlt sich sehr wohl in Deutschland, versichert er.

Bleibt der Kontakt mit der Carl-Friedrich-Gauß-Schule bestehen? 

Auf jeden Fall. Er will regelmäßig im Sportunterricht mitmachen.

Was können die Schüler für Mustafa Kawsara tun? 

Sie wollen ihm den Einstieg in ein neues Leben etwas verschönern und ihm das eine oder andere Wort Deutsch beibringen. Eines haben sie ihm schon beigebracht: „Herzlich Willkommen!“

Webseite der Carl-Friedrich-Gauß-Schule

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