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Schüler entwerfen weitere Erinnerungstafel: Dieses Mal für gestorbene Kriegsgeflüchtete

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Von: Per Schröter

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Gruppenfoto der Schülerinnen und Schüler, Lehrer sowie Verantwortlichen des Schulprojektes an der Gedenktafel.
Klassenlehrer Tarek Zaibi (2. Reihe, ganz links) und die Schüler der Klasse 10 R1 zusammen mit Walter-Johannes Hermann (vorne rechts) und Schulleiter Jens Haepe (links daneben) vor der neuen Geschichts- und Erinnerungstafel. © Per Schröter

Eine weitere Geschichts- und Gedenktafel haben Schülerinnen und Schüler aus Groß Schneen entworfen. Diese wurde nun in Friedland aufgestellt.

Friedland – Für ein Schulprojekt haben Schüler der Carl-Friedrich-Gauß-Oberschule in Groß Schneen den Text einer Geschichts- und Erinnerungstafel erarbeitet, die am Montag auf dem Nebenfriedhof in Friedland eingeweiht wurde. Es ist bereits die zweite dieser Art.

Geschichts- und Gedenktafel ist die zweite ihrer Art

Bereits im vergangenen Jahr hatte Klassenlehrer Tarek Zaibi zusammen mit seinen Schülerinnen und Schülern den Text einer Tafel entworfen, die auf dem Hauptfriedhof aufgestellt wurde und die den dort liegenden Kriegsopfern gewidmet ist.

„Bei der zweiten Tafel geht es nun um das Erinnern an die 59 in Deutschland gestorbenen Kriegsgeflüchteten, die hier auf dem Nebenfriedhof beerdigt sind,“ sagte Walter-Johannes Hermann, Vorsitzender des Bezirksverbandes Braunschweig des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der das Projekt ins Leben gerufen hat.

Einigen war die Flucht geglückt, dennoch starben sie

Die Tafel erzählt die Geschichte von Menschen, die zum Ende des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland geflüchtet waren und es ins Grenzdurchgangslager nach Friedland geschafft hatten, die aber gesundheitlich so angegriffen waren, dass sie dort kurz danach verstarben.

Kurz nach Eröffnung des Grenzdurchgangslagers war in Friedland dann der „Flüchtlingsfriedhof“ eingerichtet worden. Von den insgesamt 66 Kriegsopfergräbern dort befinden sich 59 auf dem heutigen Nebenfriedhof.

„Mit der Erarbeitung der Erinnerungstafeln wollen wir Schülerinnen und Schülern einen Impuls geben, sich auch fast 80 Jahre danach noch mit der Geschichte des Nationalsozialismus und des Krieges vor Ort auseinanderzusetzen“, sagte Walter-Johannes Hermann. „Und was die Jugendlichen hier erarbeitet haben, ist wieder etwas ganz Besonderes.

Unterstützung bei ihrer einwöchigen Projektarbeit hatten die Zehntklässler vom Volksbund-Bildungsreferenten Dr. Rainer Bendick sowie vom Museum Friedland erhalten.

„Wir haben das Projekt Geschichts- und Erinnerungstafeln auch ins Leben gerufen, um jungen Menschen die Arbeit des Volksbundes näher zu bringen, ihr Interesse an der Geschichte zu wecken und gleichzeitig aufzuzeigen, wer eigentlich als Kriegstoter auf deutschen Friedhöfen liegt“, sagte Walter-Johannes Hermann und dankte dem Landkreis Göttingen für die Finanzierung der beiden Tafeln.

Schulleiter Jens Haepe hob die Bedeutung solcher Projektarbeiten hervor. „Dies ist eine Arbeit, an die sie sich für den Rest ihres Lebens erinnern werden“. (Per Schröter)

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