36 in Friedland angekommen

Erschöpft und glücklich: Flüchtlinge aus EU-Türkei-Pakt bekommen bald Papiere

Ankunft in Friedland: Schon wenige Minuten später bezogen die Flüchtlinge ihre Quartiere im Grenzdurchgangslager. Foto: Voß

Friedland. Erschöpft und glücklich: Die ersten 36 Flüchtlinge aus dem EU-Türkei-Pakt trafen am Montag in Friedland ein. Sie dürfen auf schnelle Hilfe hoffen.

Die Strapazen waren ihnen deutlich anzusehen, als die drei syrischen Familien mit ihren insgesamt neun Kindern am Montagvormittag aus dem Reisebus im Grenzdurchgangslager Friedland stiegen.

Ihre Reise führte die 16-köpfige Gruppe von Damaskus und Aleppo in Syrien über türkische Erstaufnahmelager in der Grenzregion bis in den südniedersächsichen 1200-Einwohner-Ort. „Mit einem Flieger ging es heute morgen um vier Uhr von Istanbul nach Hannover“, erklärte Samal Osman. Der Dolmetscher des Bundesministeriums für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hatte die Gruppe auf ihrem Flug begleitet.

Ermöglicht wurde den Familien der Flug im Rahmen des EU-Türkei-Paktes, weitere 20 Personen trafen einige Stunden später in Friedland ein.

„Jetzt beginnt ein neuer Lebensabschnitt“, hieß Heinrich Hörnschemeyer, Leiter des Durchgangslagers, die Neuankömmlinge willkommen. Im Gegensatz zu anderen Flüchtlingen müssten diese Neuankömmlinge kein Asylverfahren in Friedland beantragen. „Das ist alles schon in der Türkei geregelt worden“, so Hörnschemeyer, „bei Verlassen des Grenzdurchgangslagers werden alle im Besitz einer befristeten Aufenthaltserlaubnis sein.“ Bis dahin würden die Familien jedoch zunächst zwei Wochen in Friedland untergebracht und auf ein Leben in Deutschland vorbereitet, so der Lagerleiter. Im Anschluss sollen die Familien in niedersächsischen Kommunen untergebracht werden.

Es ist im Gespräch, weitere 1600 Personen in Deutschland so aufzunehmen, sagte Hannah Buschmann, Pressesprecherin der Landesaufnahmebehörde Niedrsachsen.

In Friedland sieht Hörnschemeyer diesen Überlegungen gelassen entgegen: „Wir haben Kapazitäten frei. Zurzeit leben 350 Menschen bei uns. Bis zu 1200 Personen können wir problemlos unterbringen.“ Dass es zu einer Überbelegung kommen könnte, schloss Hörnschemeyer aus. „Die Verweildauer der Flüchtlinge ist auf 14 Tage begrenzt. Damit gibt es eine große Fluktuation.“

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