Schulprojekt wurde eingeweiht

Gauß-Oberschüler: Info-Tafel erinnert an Kriegstote auf dem Friedhof in Friedland

Schüler stehen auf dem Friedhof in Friedland zur Einweihung einer Gedenktafel, die im Hintergrund zu sehen ist.
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Friedhof Friedland: Schüler der Schule in Groß Schneen haben über ein Projekt eine Info-Tafel zu Kriegsopfern wie Zwangsarbeitern erstellt.

Der Friedhof in Friedland hat nun eine neue Erinnerungstafel. Schüler der Carl-Friedrich-Gauß-Oberschule entwarfen in Projektarbeit den Text der Gedenktafel.

Friedland - Diese wurde nun auf dem Friedhof in Friedland eingeweiht. „Was Ihr hier erarbeitet habt, ist etwas ganz Besonderes“, betonte Walter-Johannes Hermann, Vorsitzender des Bezirksverbandes Braunschweig des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge an die Schülerinnen und Schüler gerichtet.

Diese hatten zunächst zu den Gräberfeldern von Kriegstoten recherchiert. Dabei fanden sie heraus, dass auf dem Friedländer Friedhof neben zwei Kindern, die in den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges durch Granatsplitter getötet wurden, auch Zwangsarbeiter und Flüchtlinge begraben liegen.

Der Text, den sie dann zusammen mit ihrem Lehrer und einem Schulpädagogen und mit Unterstützung durch den Volksbund-Bildungsreferenten Dr. Rainer Bendick erarbeiteten, bezieht sich auf diese drei Opfergruppen.

„Wir haben das Projekt Geschichts- und Erinnerungstafeln ins Leben gerufen, um jungen Menschen die Arbeit des Volksbundes näher zu bringen, ihr Interesse an der Geschichte zu wecken und gleichzeitig aufzuzeigen, wer eigentlich als Kriegstoter auf deutschen Friedhöfen liegt“, meinte Walter-Johannes Hermann und dankte dem Landkreis Göttingen für die Finanzierung der Tafel.

Für Kreisrat Marcel Riethig sei das Projekt gleich aus zwei Gründen einzigartig. „Zum einen haben sich die Schüler mit einer Zeit beschäftigt, die 70 Jahre zurückliegt und damit längst vergangen ist“, sagte er.

Zum anderen würden die Beteiligten nur ein Leben in Frieden und Wohlstand kennen, was die Annäherung an eine solche Projektarbeit zusätzlich erschwere. „Andererseits ist Friedland mit seiner bewegten Geschichte natürlich ein Ort, wo ein solches Projekt perfekt hinpasst“, betonte Riethig.

Schulleiter Jens Haepe hob die Bedeutung solcher Projektarbeiten für Jugendliche hervor. „Dies ist eine Arbeit, an die sie sich für den Rest ihres Lebens erinnern werden“, sagte er und dankte allen Beteiligten für ihren großen Einsatz.

Am meisten gefreut haben dürften sich die Schüler allerdings über die kurze Anspreche von Friedlands Gemeindebürgermeister Andreas Friedrichs, der ihnen als Dank für ihre Arbeit im Namen der Gemeinde 150 Euro für die Klassenkasse schenkte. per

Der Volksbund-Bezirksvorsitzende Walter-Johannes Herrmann und die Projektteilnehmer der Carl-Friedrich-Gauß-Schule an der neuen Geschichts- und Erinnerungstafel auf dem Friedländer Friedhof. (Per Schröter)

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