Geld der Anleger weg: Finanzberater aus Friedland muss vor Gericht

Göttingen/Friedland. Weil er zahlreiche private Anleger um mehr als 300.000 Euro geprellt haben soll, muss sich ein Finanzberater aus Friedland demnächst vor dem Amtsgericht Göttingen verantworten.

Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat den 44-Jährigen wegen gewerbsmäßigen Betruges in 15 Fällen angeklagt. Sie wirft dem Finanzberater und Versicherungsvertreter vor, zwischen 2010 und 2014 mehr als ein Dutzend Anleger aus dem Großraum Göttingen um erhebliche Geldsummen betrogen zu haben.

Nach Angaben eines Justizsprechers war der Versicherungsvertreter in finanzielle Schwierigkeiten geraten, nachdem diverse Kunden wegen der Höhe der zu zahlenden Beiträge ihre Lebensversicherungsverträge storniert hatten. Die Versicherungsfirmen hätten daraufhin die Provision zurückgefordert, die der 44-Jährige für die Vertragsvermittlung bekommen hatte. Um seinen erhöhten Finanzbedarf decken zu können, habe er dann Geld von Anlegern eingeworben.

Den Ermittlungen zufolge soll er den Geschädigten suggeriert haben, dass er für sie Geld zu günstigen Bedingungen anlegen könne, weil er als Versicherungsvertreter einen Mitarbeiterrabatt bei den Anlagegesellschaften bekomme. Um in den Genuss der Sonderkonditionen zu kommen, müsse das Finanzgeschäft unter seinem Namen und über sein Konto laufen.

Er habe dann mit den jeweiligen Interessenten einen Darlehensvertrag geschlossen, in dem den Anlegern ein Garantiezins von teilweise fünf Prozent und mehr zugesichert wurde.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 44-Jährige einen Großteil der ihm anvertrauten Summen für die Finanzierung seines eigenen Lebensunterhalts verbraucht hat. Um den Anlegern die jeweils fälligen Zinsen zahlen zu können, habe er dann weiteres Geld eingesammelt, bis das Schneeballsystem aufflog.

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