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Neues Projekt will ungewöhnliche Einblicke bieten: Grenzdurchgangslager digital erleben

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Von: Bernd Schlegel

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Das Grenzdurchgangslager Friedland aus der Luft.
Das Grenzdurchgangslager Friedland aus der Luft: Die Einrichtung ist seit mehr als sieben Jahrzehnten Anlaufpunkt für Flüchtlinge. © Swen Pförtner (dpa)

Die Arbeit des Museums macht es möglich: Interessierte können schon bald das Grenzdurchgangslager in Friedland digital erleben. Dafür wird ein neues Angebot entwickelt.

Friedland – Beim neuen Projekt „Friedland in_sight and in_motion“ werden ausgewählte Stationen des Grenzdurchgangslagers sowie des Ortes Friedland als digitale „Spots“ erfasst und mit Informationen in Form von Texten, Fotos oder Videos aus verschiedenen Erzählperspektiven angereichert. Der Zugang erfolgt über eine Webseite über eine interaktiv gestaltete Friedlandkarte.

Interessierte können sich vor Ort individuell per Handy-App digital führen lassen. Erste Onlinespaziergänge auf „Friedland in_sight and in_motion“ sind für die zweite Hälfte dieses Jahres geplant. Sie werden unter anderem die historische Nissenhütte, die Friedlandglocke, das Mahnmal auf dem Hagenberg und die Statue „Griff in die Freiheit“ vor der St. Norbert-Kirche näher vorstellen.

„Ein wichtiger Baustein der Vermittlungsarbeit des Museums waren und sind die Rundgänge über das Gelände des Grenzdurchgangslagers, die seit Beginn der Pandemie nicht mehr möglich sind“, sagt Museumsleiterin Anna Haut. Mit dem neuen Projekt werde das Lager nun jederzeit virtuell begehbar und begreifbar.

An den unterschiedlichen Stationen werden die Nutzer eingebunden und können Kommentare und Rückmeldungen beisteuern. Um mögliche viele Menschen zu erreichen, wird das Angebot neben Deutsch auch in Englisch, Russisch und Arabisch verfügbar sein.

Vor dem Hintergrund der pandemiebedingten Einschränkungen hatte das Museum bereits seit 2020 große Teile seiner Bildungsangebote digital verfügbar gemacht und neue Workshops konzipiert.

Die neuen digitalen Elemente sind noch einmal eine wesentliche Erweiterung des bisherigen Bildungsangebots. Es entsteht ein bewegungsaktives, auf Selbsterkundung basierendes Format, das die Umgebung des Museums einbezieht und somit den Lernraum erweitert und sinnvoll vernetzt.

Das Projekt „Friedland in_sight and in_motion“, an dem auch die Gemeinde Friedland beteiligt ist, kostet 195.000 Euro. Davon steuert der Bund mehr als 173.000 Euro bei. (Bernd Schlegel)

Museum Friedland wurde im Frühjahr 2016 eröffnet

Im März 2016 wurde das Museum Friedland im Bahnhofsgebäude eröffnet. Später wurde es zum außerschulischen Lernstandort. Das Museum erforscht, sichert, präsentiert und vermittelt die Geschichte und Gegenwart des Grenzdurchgangslagers Friedland. Wechselausstellungen lenken in historischer und gegenwartsorientierter Perspektive zudem den Blick auf die vielschichtigen Prozesse von Abschied, Ankunft und Neubeginn im Allgemeinen sowie von Migrationspolitik, gesellschaftlicher Teilhabe, Grenzen, Identitäten und Zugehörigkeiten, Kriegsfolgen, Menschenrechten und Asyl im Speziellen.

Das Museum Friedland ist mittwochs bis sonntags von 10 und 18 Uhr geöffnet. Für Fragen rund um die Besichtigung ist der Besucherservice telefonisch unter der Rufnummer 0 55 04/8056-200 zu erreichen. museum-friedland.de

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