Auftaktveranstaltung in Friedland

Landfrauen in Niedersachsen kümmern sich um Integration

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Vortrag bei den Landfrauen in Friedland: Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, lobte das Engagement des Verbandes für Integration.

Friedland. Unter dem Motto „Integration mit Herz und Verstand – Landfrauen schaffen Begegnung“ wollen die niedersächsischen Landfrauen in den kommenden drei Jahren das Thema Integration als einen Schwerpunkt in ihre Aktivitäten aufnehmen.

Jetzt fand die Auftaktveranstaltung im Grenzdurchgangslager in Friedland statt. Rund 150 Mitglieder der 39 niedersächsischen Landfrauen-Kreisverbände waren zu der komplett ausgebuchten Veranstaltung gekommen.

„Friedland ist für mich der Inbegriff von Integration“, betonte die Landesverbandsvorsitzende Barbara Otte-Kienast. „Deshalb haben wir auch das Grenzdurchgangslager als Austragungsort gewählt.“ Die Idee, Integration zum nächsten Dreijahresthema zu machen, sei im Landesvorstand bereits 2015 aufgrund der damaligen Flüchtlingssituation entstanden. Die Umsetzung wurde dann im Mai vergangenen Jahres bei einer außerordentlichen Hauptausschusssitzung einstimmig beschlossen.

„Dabei soll das Thema nicht auf Geflüchtete begrenzt werden, sondern auch andere Gruppen einbeziehen, die am Rande der Gesellschaft stehen und es schwer haben, anerkannt und akzeptiert zu werden“, so Otte-Kienast.

Ziel des Landfrauenverbandes ist es, zusammen mit seinen Kreisverbänden und den 276 Landfrauenvereinen unter anderem Bewusstsein für das Thema Integration in der Gesellschaft zu schaffen sowie Vorurteile und Berührungsängste gegenüber „Fremden“ abzubauen.

Arbeit vor Ort

„Außerdem wollen wir uns selbst und andere objektiv über unterschiedliche Aspekte des Themas informieren und uns ehrenamtlich für Flüchtlinge und andere Randgruppen engagieren“, sagte die Vorsitzende. Darüber hinaus wolle man gemeinsam mit den angesprochenen Zielgruppen etwas unternehmen und so dazu beitragen, „Fremde“ in die Dörfer und Gemeinden zu integrieren.

Schröder-Köpf lobt Engagement der Landfrauen

„Mit der Wahl ihres neuen Dreijahresthemas schreiben sich die Landfrauen die Öffnung auf ihre Fahnen“, lobte Gastrednerin Doris Schröder-Köpf, Landtagsabgeordnete und gleichzeitig Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe. „Sie wollen eine offene Gemeinschaft sein, sich anderen nähern und sie willkommen heißen in ihrer Gemeinschaft.“

Aus ihrer Erfahrung mit dem Thema Integration könne sie nur betonen, dass ein solches Projekt sich auf beiden Seiten gewinnbringend entwickeln werde. „Menschen sind auf die Gegenwart anderer angewiesen“, meinte Schröder-Köpf.

„Das umso mehr, wenn sie ihr vertrautes soziales Umfeld verloren haben, traumatisiert und entwurzelt sind.“ Deshalb sei das Engagement aus der Gesellschaft heraus so überaus wichtig. „Integration ist kein einmaliges Fest der Begrüßung, sondern ein langer, manchmal auch ein sehr mühsamer Weg“, betonte die Landtagsabgeordnete. „Ich bin aber überzeugt davon, dass es sich lohnt, diesen Weg zu gehen.“

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