Mehr als 1400 Gäste: Grenzdurchgangslager platzt aus allen Nähten

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Ansturm in Friedland: Derzeit kommen täglich mehr als 100 Neuankömmlinge ins Grenzdurchgangslager.

Friedland. Das Grenzdurchgangslager Friedland ist wegen ständig steigender Flüchtlingszahlen komplett überfüllt. „Wir platzen aus allen Nähten“, sagt der Leiter der Einrichtung.

Das Lager sei eigentlich auf 700 Menschen ausgerichtet, sagt Leiter Heinrich Hörnschemeyer. „Wir haben derzeit aber mehr als die doppelt so viele hier“, sagte Hörnschemeyer. Jeder freie Quadratmeter müsse genutzt werden. In den anderen niedersächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen wie Braunschweig oder Bramsche bei Osnabrück sei die Situation ähnlich. Beim Innenministerium in Hannover waren dazu zunächst keine Informationen zu erhalten.

„Wir haben inzwischen Wohncontainer und ein großes Zelt aufgestellt“, sagte der Lagerleiter. Sogar in der Gepäckhalle und im Wirtschafts- und Sozialgebäude seien Unterkünfte hergerichtet worden. In den regulären Unterkünften gebe es eigentlich nur Zwei-, Vier- und Sechsbettzimmer. Mittlerweile seien viele Räume aber mit zehn oder sogar zwölf Menschen belegt.

Die Lage werde immer ernster, sagte Hörnschemeyer. In den vergangenen Tagen seien jeweils mehr als 100 Menschen nach Friedland gekommen. Gleichzeitig habe das Lager aber nur etwa 60 Personen in die Kommunen weiterleiten können.

Lange Warteschlange

Die Infrastruktur in Friedland stoße an ihre Grenzen. Beim Essen zum Beispiel müssten die Menschen bisweilen in einer 100 Meter langenSchlange anstehen. Obwohl die Flüchtlinge sehr diszipliniert seien, komme es wegen der extrem engen Belegung bisweilen zu Reibereien. Der Ordnungsdienst habe jedenfalls „alle Hände voll zu tun“.

Derzeit sehe es nicht nach einer Entspannung der Situation aus, sagte Hörnschemeyer. Er gehe davon aus, dass die Zahl der Zugänge während der Sommermonate eher noch steige. (lni)

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