Richter hofft auf Antworten

Mordprozess: Verhandlung am Tatort bei Reiffenhausen

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Ortstermin bei Reiffenhausen: Im Mordprozess machte sich das Gericht am Dienstag ein Bild vom mutmaßlichen Tatort.

Reiffenhausen. Mit einem Ortstermin am mutmaßlichen Tatort wurde am Dienstag der Prozess um den gewaltsamen Tod eines 27-Jährigen aus Reiffenhausen fortgesetzt.

Der Vorsitzende Richter hatte Staatsanwaltschaft, Verteidiger, Zeugen und auch den Angeklagten in der Hoffnung auf das Feld nahe Reiffenhausen bei Göttingen gebeten, dort Antworten auf einige bislang ungeklärte Fragen zu bekommen und sich gleichzeitig vor Ort ein Bild von den Gegebenheiten zu machen.

Wo genau wurde der Handschuh des mutmaßlichen Täters gefunden? Wo das Papier der Bonbons, die später auch in der Wohnung des 29-Jährigen entdeckt wurden? Wo lagen die drei im Verlauf der Ermittlungen von der Polizei gefundenen Patronenhülsen? War es dem Täter möglich, die Leiche vom Tatort aus rund 40 Meter an einen Bach zu ziehen und sie dort mit Holzstücken zu bedecken? Und hätten Lastwagen- oder Autofahrer, die auf der unmittelbar an dem Feld vorbei führenden Autobahn 38 unterwegs waren, nicht das Mündungsfeuer der Pistole sehen müssen?

Die meisten dieser Fragen konnten die Ermittler der Polizei, der zuständige Kriminaltechniker und die mit dem Fall befasste Rechtsmedizinerin der Universität Göttingen beantworten. Warum der Handschuh jedoch rund 100 Meter vom Tatort entfernt lag, dafür hatten auch die Ermittler keine Erklärung.

Dem 29-Jährigen aus Reiffenhausen, der während des Ortstermins keinerlei Regung zeigte, wirft die Staatsanwaltschaft vor, seinen früheren Mitbewohner aus Rache erschossen haben. Er soll sein Opfer im Februar mit einer SMS auf das Feld gelockt und dort mit mehreren Schüssen getötet haben. Der Getötete war mit seinem E-Bike zu dem Treffpunkt geradelt und soll noch versucht haben, die Polizei per Notruf zu informieren. Seine Leiche war erst knapp zwei Wochen nach der Tat entdeckt und als vermisst gemeldet worden.

Das Opfer soll den 29-Jährigen laut Anklage wegen kleinerer Straftaten bei der Polizei angezeigt haben. Daraufhin habe der mutmaßliche Täter aus dem Haus, in dem er mit dem Opfer, dessen Schwester und Eltern gelebt hatte, ausziehen müssen. Er befindet sich seit Februar in Untersuchungshaft.

Der Prozess wird mit zwei weiteren Verhandlungstagen am 12. und 23. November fortgesetzt.

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