Nach Starkregen: Groß Schneen kämpft für neue Abwasserkanäle

+
Das musste in den Sperrmüll: Nach dem Starkregen im August hatten zahlreiche Einwohner in Groß Schneen Schäden. Vieles musste weggeworfen werden. 

Groß Schneen. Seit vielen Jahren wächst die Ortschaft Groß Schneen. Doch das Kanalnetz ist nicht ausgebaut worden. Deshalb fordern über 300 Bürger in einer Unterschriftenaktion den Ausbau.

Aus Sicht der Initiatoren der Aktion sind die Zustände bei der Ableitung des Oberflächen- und Schmutzwassers in Groß Schneen unhaltbar. Wozu das Problem führt, sei Mitte August deutlich geworden. In der Nacht zum 17. August gab es Starkregen. Folge: In 74 Wohnungen und Häusern gab es zum Teil massive Hochwasserschäden. „Das ging von etwas Dreckwasser in der Garage bis zur totalen Zerstörung von Kellerwohnungen“, sagt Hartwig Giebel. Der frühere Ortsbürgermeister hatte die Unterschriftensammlung mit Rechtsanwalt Jürgen Ahrens, Landwirt Heinrich Harriehausen und Unternehmer Karl Roßbach organisiert.

Deshalb wird in dem Appell an Bürgermeister Andreas Friedrichs, der gleichzeitig Vorsitzender des Wasserverbands ist, gefordert, dass ein neuer Schmutzwasser- sowie ein weiterer Regenwasserkanal gebaut wird, um die Einwohner im Ort vor Überschwemmungen zu schützen.

300 Unterschriften für neue Abwasserleitungen: Hartwig Giebel (rechts) überreichte die Listen an Johann Schustek, den Allgemeinen Vertreter des Friedländer Bürgermeisters.

Die Organisatoren der Unterschriftenaktion sehen akuten Handlungsbedarf: Schließlich will die Gemeinde die Bebauung im Innenbereich des Ortes verdichten. Außerdem soll im Norden ein neues Wohngebiet entstehen. Ehe die Projekte realisiert werden, fordert die Initiative die Erweiterung beziehungsweise Sanierung des Kanalsystems, das in den vergangenen Jahrzehnten seit 1959 ungenügend erweitert worden sei. Seither sei die Ortschaft aber kräftig gewachsen. Folge: Schon bei einem stärkeren Regen bekommen einige Anwohner in Groß Schneen Probleme, weil die Kanalisation das Wasser nur unzureichend abführt, so die Initiatoren der Aktion.

Johann Schustek, Allgemeiner Vertreter des Friedländer Bürgermeisters, nahm die Unterschriftenlisten entgegen. Aus seiner Sicht sind die geforderten Kanalbaumaßnahmen wirtschaftlich und organisatorisch nicht darstellbar. Für das Oberflächenwasser werde über eine andere Lösung nachgedacht. Dabei hat die Friedländer Verwaltung Hochwasserschutzmaßnahmen im Blick. Eine entsprechende Konferenz soll es schon bald geben.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.