Hunderte Besucher nahmen die Gelegenheit wahr

Erstmals in Geschichte: Tag der offenen Tür im Lager Friedland

Aktionstag im Grenzdurchgangslager Friedland: Die Besucher konnten sich über das Leben in der Einrichtung informieren. Foto: Schröter

Friedland. Erstmals in seiner in seiner knapp 70-jährigen Geschichte hat das Grenzdurchgangslager Friedland einen Tag der offenen Tür veranstaltet.

Hunderte Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, um an Führungen und Vorträgen teilzunehmen, mit Mitarbeitern und Flüchtlingen ins Gespräch zu kommen und so den Alltag im Lager kennen zu lernen. „Das ist alles sehr interessant hier“, sagte Jochen Buhrow. Obwohl er in Göttingen geboren sei und dort lebe, sei er noch nie im Grenzdurchgangslager gewesen. „Gerade jetzt, wo es auf der Welt immer mehr Flüchtlinge gibt und die Flüchtlingspolitik so stark diskutiert wird, halte ich so einen Tag der offenen Tür hier für äußerst sinnvoll.

Bis zu 1000 Bewohner

Die Erstaufnahmeeinrichtung in Friedland hat eine Kapazität von bis zu 1000 Menschen. Dort halten sich für bis zu drei Monate Asylsuchende, Spätaussiedler, jüdische Zuwanderer und Menschen auf, die mit humanitären Aufnahmeprogrammen gekommen sind. Für Außenstehende blieben bislang dennoch viele Fragen unklar: Was passiert in dieser Zeit? Welche Behörden sind für diese Personen zuständig? Welche Beratungs- und Betreuungsangebote gibt es auf dem Gelände? Wie gestaltet sich der Alltag der Bewohner? Welche Perspektiven gibt es für sie nach der Abreise aus Friedland?

Auf all diese Fragen gab es für Interessierte nun Antworten aus erster Hand. Veranstalter des Tages der offenen Tür waren die Landesaufnahmeeinrichtung, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, das Bundesverwaltungsamt, die Malteser Krankenstation, die Stellen der Caritas und Inneren Mission, die Friedlandhilfe sowie der Museumskreis und die Friedländer Polizei.

Zu den Besuchern zählte neben Senioren, die einst selbst mit dem Lager in Berührung gekommen waren, sowie zahlreichen Familien auch eine Gruppe von Schülern der Göttinger Montessori-Gesamtschule. „An unserer Schule wird im Juni eine Projektwoche zum Thema Flüchtlinge veranstaltet“, erzählte David Fuchs. Dabei würden er und seine vier Mitstreiter sich mit dem Weg eines Flüchtlings von der Ankunft in Deutschland und in einem Auffanglager bis zur endgültigen Unterbringung beschäftigen. „Und dafür ist ein Besuch hier im Grenzdurchgangslager beim Tag der offenen Tür natürlich sehr hilfreich“, so der 17-Jährige. (per)

Einblicke ins Grenzdurchgangslager Friedland

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