EAM setzte auf tierische Unterstützung

Pferd musste auf Baustelle an A7 helfen: Tier zog Kabel

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Im Sinne des Naturschutzes: Der schwere Kaltblüter von Matthias Rensing zog etwa 900 Meter lange Kunststoffrohre für das neue Umspannwerk Drammetal über den Boden.

Friedland. Ungewöhnliches Bild in der Nähe der Autobahnabfahrt Drammetal an der A7: Dort wurde ein Kunststoffrohr für Glasfaserkabel verlegt - mithilfe eines Rückepferdes.

Der Energiekonzern EAM baut dort derzeit ein neues Umspannwerk.

Mit dem Pferd als Helfer verzichte man im Sinne des Landschaftsschutzes auf konventionelle Bautechnik. Rückepferde von Matthias Rensing aus Großalmerode zogen über eine Länge von etwa 900 Metern das Kabel an seinen vorgesehenen Platz. Die schweren Kaltblüter sind erfahren im Holzrücken, eines der Pferde ist darin sogar zweifacher Europameister.

Die Verlegung der Kabel erfolgte oberirdisch. Die EAM setzte nach eigenen Aussagen auf diese ungewöhnliche Art des Kabelzuges, um möglichst wenig in die vorhandene Natur eingreifen zu müssen. Mit konventioneller Bautechnik hätte in den Bewuchs aus Bäumen und Büschen eine Schneise von etwa drei Metern Breite geschlagen werden müssen. Für die Rückepferde reichte lediglich eine Schneise von nur einem Meter. So wurde auch der nasse Boden nicht verdichtet. Im kommenden Jahr wird auf der gegenüberliegenden Seite ein Kabelgraben für eine 20 000-Volt-Verkabelung erstellt.

Nach weitgehender Verdrängung durch den Einsatz land- und forstwirtschaftlicher Maschinen werden heute Rückepferde nur noch vereinzelt eingesetzt. Ein wichtiger Vorteil bei Rückarbeiten mit Pferden ist, dass sie im Gegensatz zu schweren Maschinen keine Bodenschäden verursachen.

Wegen der hohen Anforderungen an die Körperkraft der Tiere bei der Rückearbeit werden im professionellen Einsatz überwiegend Kaltblutrassen mit einem Körpergewicht von 700 Kilogramm und mehr eingesetzt.

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