Schlägerei im Lager Friedland: Drei Feuerwehrleute verletzt

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Friedland. Nach einer Schlägerei in einem Gebäude des Grenzdurchgangslagers Friedland erlitten drei Mitglieder der Feuerwache der Einrichtung leichte Verletzungen.

Der Vorfall ereignete sich laut Polizei in der Nacht zu Mittwoch gegen 2.30 Uhr. Laut aktuellem Ermittlungsstand kam es zuvor im Flur eines der Wohngebäude aus bislang unbekannten Gründen zu einer Schlägerei zwischen einem 22-jährigen Bewohner und einem weiteren derzeit unbekannten Flüchtling.

Ein anderer Hausbewohner alarmierte daraufhin die Feuerwache. Bei dem anschließenden Versuch, die Lage vor Ort zu beruhigen, erhielt ein 51 Jahre alter Mitarbeiter der Landesaufnahmebehörde von dem 22-Jährigen einen gezielten Stoß gegen die Brust.

Mit Unterstützung eines 49 Jahre alten Kollegen konnte der Angreifer von dem 51-Jährigen anschließend zu Boden gebracht werden. Dabei erlitten beide Männer leichte Verletzungen an den Beinen, so die Polizei.

Als die alarmierte Funkstreife der Friedländer Polizei anschließend die Identität des mutmaßlichen Täters feststellen wollte, verweigerte dieser mehrfach vehement Angaben zu seinen Personalien. Er wollte auch seine Identitätskarte nicht herausgeben. Außerdem reagierte er zunehmend aggressiv.

Schließlich versuchte er, mit beiden Händen gegen den Oberkörper eines der Polizeibeamten zu schlagen. Der 22-Jährige wurde daraufhin von dem Polizisten ergriffen und mit Gewalt zu Boden gebracht, um ihm Handfesseln anzulegen.

Auf dem Boden liegend, trat und schlug der junge Mann um sich. Ein weiterer 50 Jahre alter Mitarbeiter der Feuerwache, der den Beamten unterstützten wollte, erlitt bei der Aktion eine leichte Verletzung am Ellenbogen, hieß es am Mittwoch.

Der 22-Jährige wurde in Polizeigewahrsam nach Göttingen gebracht. Die Polizei ermittelt jetzt gegen ihn wegen Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

Im Anschluss an die erkennungsdienstliche Behandlung sowie einer Ansprache mit Unterstützung eines Dolmetschers wurde der Asylbewerber am Mittwoch in den Vormittagsstunden wieder entlassen und zurück nach Friedland gebracht.

Nachdem die Polizei von der Schlägerei im Grenzdurchgangslager erfahren hatte, waren sofort mehrere Streifenwagen der Göttinger Polizei, der Autobahnpolizei und der Göttinger Bereitschaftspolizei zur Unterstützung ihrer Friedländer Kollegen ausgerückt.

Immer wieder Schlägereien

Immer wieder kommt es im Lager Friedland zu Schlägereien. Erst in der vergangenen Woche gab es eine handfeste Auseinandersetzung, weil es Streit ums Licht in einem Zelt gab. Mitte August waren an einer Massenschlägereietwa 50 Asylbewerber beteiligt. Sie hatten befürchtet, nichts mehr zu essen zu bekommen – wir berichteten. Das Lager in Friedland ist für etwa 700 Flüchtlinge ausgelegt. Dort halten sich derzeit mehr als 3000 Menschen auf.

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